Gonarthrose: mehr Lebensqualität durch Bewegungstherapien


  • Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Bewegungstherapien können offenbar die Lebensqualität von Patienten mit Gonarthrose verbesseren und auch psychosoziale Faktoren wie Depressionen positiv beeinflussen. Auch kognitive Verhaltenstherapien wirken den Studienresultaten zufolge bei Gonarthrose-Patienten gegen Depressionen und Distress. 

Hintergrund

Die Gonarthrose ist eine der häufigsten chronischen Muskelskelett-Erkrankungen. Das Behandlungs-Spektrum reicht von konservativen Therapien mit Medikamenten und Krankengymnastik bis hin zu invasiven Maßnahmen wie arthroskopischen Eingriffen und Implantation von Endoprothesen. Als Parameter für den Erfolg einer Behandlung werden oft Schmerzlinderung und Funktionsverbesserung verwendet. Wichtige, umfassende Kriterien sind darüber hinaus Lebensqualität und psychosoziale Faktoren, denn viele Patienten mit Gonarthrose klagen über verminderte Lebensqualität und eingeschränktes psychisches Befinden. 

Design

Metaanalyse von 23 randomisierten und kontrollierten Studien mit 3668 Teilnehmern (71 Prozent Frauen), deren Alter von im Mittel knapp 57 bis 67 Jahren reichte (BMI 26,4 bis 33,7).

Hauptergebnisse

Bewegungstherapien wirkten positiv auf die gesundheits- und knie-assoziierte Lebensqualität. Sie schnitten besser ab als Entzündungshemmer und eine Selbst-Behandlung nach einem Ratgeber. 

Eingeschränkte Belege gibt es dafür, dass die Kombination von Yoga, TENS und Ultraschall die Lebensqualität steigern kann. Eingeschränkte Evidenz gibt es auch dafür, dass kognitive Verhaltenstherapien (mit oder ohne Bewegungstherapien) gegen Depressionen und Distress helfen können. 

Klinische Bedeutung

Die Metaanalyse spricht dafür, Gonarthrose-Patienten Bewegung zu empfehlen. Sie stützt somit Leitlinien zur konservativen Behandlung, in denen Bewegungstherapien zur Schmerzlinderung und Funktionsverbesserung empfohlen werden.  Die Aussagekraft der Metaanalyse wird allerdings durch die nur mäßige Qualität von rund der Hälfte der ausgewerteten Studien eingeschränkt, wie die Autoren betonen. Zudem seien nur Studien in englischer und portugiesischer Sprache berücksichtigt worden, was zu verzerrten Resultaten geführt haben könnte. 

Zur Art, Intensität und Dauer der zu empfehlenden Bewegungstherapien machen die Autoren keinen konkreten Angaben. Zu berücksichtigen sind bei der Wahl der Therapie sicher individuelle Parameter der Gonarthrose-Patienten, etwa Körpergewicht und Begleiterkrankungen.

Nach Angaben der Autoren gab es für die Metaanalyse keine finanzielle Förderung.