GLP-1-Agonisten: Metaanalyse spricht für ihren kardiovaskulären Nutzen

  • he Lancet Diabetes&Endocrinology

  • von Dr. med. Thomas Kron
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

GLP-1-Rezeptoragonisten wirken bei Typ-2-Diabetiker vorteilhaft auf kardiovaskuläre und renale Parameter; sie können den ausgewerteten Studien nach zudem das Leben  verlängern.

Hintergrund

Zu mehreren GLP-1-Rezeptoragonisten, die in Struktur und Wirkdauer differieren, gibt es kardiovaskuläre Outcome-Studien mit unterschiedlichen Patienten-Populationen und unterschiedlicher Größe; die Ergebnisse zu den kardiovaskulären Endpunkten sind nicht homogen. In der vorliegenden Metaanalyse wurde versucht, ein klares Bild zu den kardiovaskulären Effekten der GLP-1-Agonisten zu gewinnen.

Design

Systematischer Review und Metaanalyse von sieben kontrollierten Outcome-Studien mit insgesamt 56004 Teilnehmern. Es handelte sich um folgende Studien und Wirkstoffe:  ELIXA (Lixisenatid), LEADER (Liraglutid), SUSTAIN-6 (Semaglutid), EXSCEL (Exenatid), Harmony Outcomes (Albiglutid), REWIND (Dulaglutid) und PIONEER 6 (oral Semaglutid). 

Hauptergebnisse

  • Die Risiko-Berechnungen ergaben eine relative Reduktion des Risikos für schwere vaskuläre Ereignisse (MACE) durch die GLP-1-Agonisten um 12 Prozent (HR 0,88, 95% CI 0,82–0,94; p
  • Beim Parameter kardiovaskulärer Tod betrug die relative Reduktion ebenfalls 12 Prozent (HR 0,88, 95% CI 0,81–0,96; p=0,003).
  • Für tödliche oder nicht tödliche Schlaganfälle ergaben die Berechnungen eine Reduktion um 16 Prozent (HR 0,84, 0,76–0,93; p
  • für tödliche oder nicht tödliche Herzinfarkte eine Reduktion um 9 Prozent (HR 0,91; 0·84–1·00; p=0·043),
  • für die Gesamt-Mortalität um 12 Prozent (HR 0,88, 0,83–0,95; p=0·001) und
  • für Herzinsuffizienz-bedingte Klinikaufnahmen neun Prozent (HR 0,91, 0,83–0,99; p=0,028).
  • Darüber hinaus ergaben die Berechnungen auch beim kombinierten renalen Endpunkt eine Reduktion des Risikos um 17 Prozent (HR 0,83, 0,78–0,89; p
  • Eine Zunahme des Risikos für schwere Hypoglykämien, Pankreas-Entzündungen und Pankreas-Karzinome wurde nicht festgestellt.

Klinische Bedeutung

Die Metaanalyse zeigt, wie zuvor schon die Einzelstudien schlussfolgern ließen, dass GLP-1-Agonisten bei Typ-2-Diabetes-Kranken kardioprotektiv und möglicherweise auch nephroprotektiv sind. Die Frage, ob ein Agonist aufgrund eines besseren Nutzen-Risiko-Verhältnisses den anderen Wirkstoffen dieser Gruppe vorgezogen werden sollte, lässt sich mit dieser Metaanalyse natürlich nicht beantworten.

Im klinischen Alltag relevant ist auch die Frage nach dem Stellenwert der GLP-1-Agonisten in der Diabetes-Therapie im Vergleich zu den SGLT-2-Hemmern. Diese Wirkstoffe werden aufgrund mehrerer aktueller Studien inzwischen als erster Kombinationspartner von Metformin für die Mehrheit der Typ-2 -Diabetiker empfohlen. Darüber hinaus sind Gliflozine auch in oralen Dreifachkombinationen oder in Kombination mit Insulin und GLP-1-Rezeptor-Agonisten einsetzbar. Ein viel diskutiertes Problem der Gliflozine ist ihre Verträglichkeit. Stichworte lauten hier Genitalinfektionen, Ketoazidoise und Fournier-Gangrän. Als Vorteil mag gelten, dass sie im Gegensatz zu den meisten GLP-1-Agonisten oral verabreicht werden können. Für das oral verabreichte Semaglutid gibt es zwar schon recht gute klinische Daten, aber noch ist es nicht verfügbar.

Finanzierung: keine