Kernbotschaften
Ein Milligramm Semaglutid, einmal wöchentlich subkutan injiziert, reduzierte bei Typ-2-Diabetes-Patienten, deren Blutzucker mit Metformin nicht kontrolliert werden konnte, den HbA1c-Wert und das Körpergewicht stärker als täglich verabreichtes Canagliflozin (300 mg).
Hintergrund
Für die Zweitlinien-Therapie beim Typ-2-Diabetes stehen mit den Gliflozinen und den GLP-1-Rezeptor-Antagonisten kardioprotektive Antidiabetika mit unterschiedlichen Wirkmechanismen zur Verfügung. Für eine rationale Wahl der im Einzelfall optimalen Therapie sind Daten aus qualitativ hochwertigen Studien hilfreich, in denen Vertreter der unterschiedlichen Substanzklassen miteinander verglichen werden. Solche Daten sind allerdings eher Mangelware. Die Autoren der vorliegenden Studie SUSTAIN 8 haben einen solchen direkten Vergleich vorgenommen.
Design
Doppelblinde, randomisierte und kontrollierte Studie der Phase-3b, an der Patienten aus 111 Kliniken in elf Ländern teilnahmen. Die Patienten waren mindestens 18 Jahre alt und hatten trotz Metformin-Therapie einen unzureichend eingestellten Blutzucker (HbA 1c 7,0–10,5% [53–91 mmol/mol]). Je 394 Patienten erhielten einmal pro Woche Semaglutid (subkutan 1,0 mg) oder einmal täglich 300 mg Canagliflozin (oral). 367 Patienten der Semaglutid-Gruppe und 372 der Gliflozin-Gruppe beendeten die Studie. Primärer Endpunkt war der HbA1c-Wert nach 52 Wochen, sekundärer Endpunkt das Körpergewicht.
Hauptergebnisse
- Bei Patienten mit Semaglutid nahmen der HbA1c-Spiegel und das Körpergewicht stärker ab als bei den Patienten mit dem Gliflozin. Die Ergebnisse waren alle statistisch signifikant.
- Die geschätzte Therapie-Differenz betrug bei einem HbA1c-Ausgangswert von 8,3 Prozent 0,49 Prozentpunkte und bei einem Körpergewicht von 90,2 Kilogramm zu Beginn 1,06 kg.
- Darüber hinaus erreichten deutlich mehr Patienten mit Semaglutid eine Reduktion des Körpergewichtes um mindestens zehn Prozent (22,3% versus 8,9%).
- Häufigste Nebenwirkung waren in der Semaglutid-Gruppe gastrointestinale Störungen (47% der Patienten), in der Gliflozin-Gruppe waren es Infektionen (35%), insbesondere Harnwegsinfektionen.
- Von den Patienten mit Semaglutid beendeten zehn Prozent die Studie vorzeitig wegen Nebenwirkungen, in der Gliflozin-Gruppe fünf Prozent.
- In der Semaglutid-Gruppe gab es einen Todesfall, der nach Angaben der Autoren allerdings in keinem Zusammenhang mit der Therapie stand.
Klinische Bedeutung
Nach Ansicht der Autoren liefert die Studie relevante Daten zur Wahl des Antidiabetikums bei Patienten, deren Blutzucker-Spiegel mit Metformin nicht ausreichend kontrolliert wird. Allerdings sollten bei der Wahl auch noch andere Parameter berücksichtigt werden, nicht nur HbA1c-Wert und Körpergewicht, etwa die individuelle Verträglichkeit, die Kosten und die Wünsche der Patienten, heißt es dazu in einem begleitenden Kommentar.
Finanzierung: Novo Nordisk
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