Globale Krebsstatistik für 29 Krebsgruppen von 1990 bis 2017

  • JAMA Oncology

  • von Dr. Carola Krause
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Die nationalen epidemiologischen Profile der Krebsbelastung in der GBD-Studie zeigen eine große Heterogenität, die sich in der unterschiedlichen Exposition gegenüber Risikofaktoren, wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, Lebensstilen sowie dem Zugang zu Pflege und Früherkennung widerspiegeln. Die GBD-Studie kann von politischen Entscheidungsträgern und anderen Interessengruppen als Grundlage genutzt werden, um dien nationalen und lokalen Antikrebs-Strategien zu verbessern.

Hintergrund

Krebs und andere nicht übertragbare Krankheiten gelten mittlerweile allgemein als Bedrohung für die globale Entwicklung. Das jüngste Treffen der Vereinten Nationen zu nichtübertragbaren Krankheiten bestätigte diese Beobachtung und betonte die schleppenden Fortschritte bei der Einhaltung der politischen Erklärung von 2011 zur Prävention und Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten. Als Haupthindernisse für die Erreichung dieser Ziele wurden fehlende Situationsanalysen, Prioritätensetzung und Budgetierung ermittelt. Allen gemeinsam ist, dass sie Informationen zur lokalen Krebsepidemiologie benötigen. Basierend auf der Global Burden of Disease (GBD)-Studie haben sich Wissenschaftler nun das Ziel gesetzt, die Krebsbelastung für 29 Krebsgruppen in 195 Ländern von 1990 bis 2017 zu analysieren, um so die Krebsprävention und Krebsbekämpfung voranzutreiben.

Epidemiologische Profile der Krebsbelastung sind sehr heterogen

Die Forschenden verwendeten die GBD-Schätzungsmethoden, um die Krebsinzidenz, die Mortalität, die Lebensjahre mit Behinderung, die verlorenen Lebensjahre und die behinderungsbereinigten Lebensjahre (DALYs) zu beschreiben.

Die Ergebnisse wurden auf nationaler Ebene nach dem soziodemografischen Index (SDI), einem zusammengesetzten Indikator für Einkommen, Bildungsstand und Gesamtfruchtbarkeitsrate, analysiert.

So wurde deutlich, dass es im Jahr 2017 weltweit 24,5 Millionen Krebsfälle und 9,6 Millionen Todesfälle durch Krebs gab. Die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken, war bei beiden Geschlechtern gleich verteilt. 2017 war der nicht-melanozytäre Hautkrebs der häufigste Krebs bei Männern (4,3 Millionen Fälle); Tracheal-, Bronchial- und Lungenkrebs (1,5 Millionen Fälle) und Prostatakrebs (1,3 Millionen Fälle). Die häufigsten Ursachen für Krebstodesfälle und DALYs bei Männern waren Tracheal-, Bronchial- und Lungen (TBL)-Krebs (1,3 Millionen Todesfälle und 28,4 Millionen DALYs), Leberkrebs (572000 Todesfälle und 15,2 Millionen DALYs) und Magenkrebs (542000 Todesfälle und 12,2 Millionen DALYs).

Bei Frauen waren 2017 die häufigsten Krebsfälle Nichtmelanom-Hautkrebs (3,3 Millionen Fälle), Brustkrebs (1,9 Millionen Fälle) und Darmkrebs (819000 Fälle). Die Hauptursachen für Krebstodesfälle und DALYs bei Frauen waren Brustkrebs (601000 Todesfälle und 17,4 Millionen DALYs), TBL-Krebs (596000 Todesfälle und 12,6 Millionen DALYs) und Darmkrebs (414000 Todesfälle und 8,3 Millionen DALYs).

Die Wissenschaftler kommen zu dem Ergebnis, dass die Daten der GBD-Studie als Grundlage genutzt werden, um die nationale und lokale Krebsbekämpfung zu verbessern, indem verstärkte Anstrengungen zur Krebsprävention und zur Gewährleistung des allgemeinen Zugangs zur Krebsbehandlung ermöglicht werden. So kann eine nachhaltige globale Entwicklung gewährleistet werden.

Finanzierung: Bill & Melinda Gates Foundation