Global Burden of Disease Study: Neue Zahlen zu Atemwegserkrankungen

  • Lancet Respiratory Medicine

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

In absoluten Zahlen gemessen sind Atemwegserkrankungen weltweit die dritthäufigste Todesursache. Bei Berücksichtigung der Alterung und des Bevölkerungswachstums zeigt sich jedoch ein Rückgang um mehr als 40 % zwischen den Jahren 1990 und 2017. Rauchen und Luftverschmutzung sind die wichtigsten Ursachen.

Hintergrund

Die Zahlen der Global Burden of Disease Study zeigen weltweite und regionale Trends bei der Häufigkeit, den Ursachen und Folgen zahlreicher Krankheiten auf. Für Atemwegserkrankungen liegen lediglich Statistiken zu einzelnen Entitäten wie der Chronisch-Obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) und Asthma vor, wogegen hier wesentlich detailliertere und umfangreichere Analysen präsentiert werden.

Design

Anhand der Daten der Global Burden of Diseases, Injuries, and Risk Factors Study (GBD) 2017 wurde die Prävalenz, Morbidität und Mortalität chronischer Atemwegserkrankungen geschätzt und mittels Zahl der Todesopfer, Behinderungs-adjustierten Lebensjahren (DALYs) sowie verlorenen Lebensjahren (YLL) nach Regionen für den Zeitraum 1990 bis 2017 dargestellt.

Ergebnisse

  • Im Jahr 2017 litten weltweit 544,9 Millionen Menschen (95%-Konfidenzintervall 506,9 – 584,8) an einer chronischen Atemwegserkrankung, was eine Zunahme von 39,8 % gegenüber 1990 darstellt.
  • Die höchste Prävalenz fand sich bei beiden Geschlechtern in Regionen mit hohem Einkommen, die niedrigste in Afrika südlich der Sahara sowie in Südasien. Die alters- und geschlechtsspezifische Prävalenz war regional stark unterschiedlich.
  • Mit geschätzten 3.914.196 tödlichen Verläufen (95%-KI 3.790.578 – 4.044.819) waren chronische Atemwegserkrankungen im Jahr 2017 die dritthäufigste Todesursache nach kardiovaskulären Erkrankungen und Krebs.
  • Die Zahl der Todesfälle ist zwar gegenüber 1990 um 18,0 % angestiegen, und die Zahl der DALYs um 13,3 %. Bei Berücksichtigung der Alterung und des Bevölkerungswachstums ergab sich jedoch eine Abnahme der altersstandardisierten Prävalenz um 14,3 %, der altersstandardisierten Todesraten um 42,6 % und der altersstandardisierten DALYs um 38,2 %.
  • Führende Ursache bei den DALYs war bei Männern in allen Regionen das Rauchen. Bei Frauen waren in Südasien und südlich der Sahara die häusliche Luftverschmutzung (offenes Feuer, Herd und Ofen) der wichtigste Risikofaktor, in den anderen Regionen dagegen die Luftverschmutzung in der Umwelt.

Klinische Bedeutung

Das Zahlenwerk belegt den weiterhin hohen Stellenwert chronischer Atemwegserkrankungen weltweit, es zeigt aber auch eine sehr deutliche Abnahme des Problems, wenn man altersstandardisierte Schätzwerte als Maßstab nimmt.

Finanzierung: Bill & Melinda Gates Foundation.