Glecaprevir und Pibrentasvir bei Patienten mit HCV und schwerer Nierenfunktionsbeeinträchtigung

  • New England Journal of Medicine

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ABSTRACT

HINTERGRUND

Chronische Infektionen mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) sind unter Patienten mit einer chronischen Nierenerkrankung weiter verbreitet als unter jenen ohne eine solche Erkrankung. Patienten mit einer chronischen Nierenerkrankung und gleichzeitiger HCV-Infektion unterliegen einem höheren Risiko einer Progression zu terminaler Nierenerkrankung als jene mit einer chronischen Nierenerkrankung ohne HCV-Infektion. Für Patienten mit HCV-Infektion sowie fortgeschrittener chronischer Nierenerkrankung gibt es nur begrenzte Behandlungsmöglichkeiten.

METHODEN

Wir führten eine offene, multizentrische Studie der Phase III durch, um die Wirksamkeit und Sicherheit einer Kombinationsbehandlung mit dem NS3/4A-Proteaseinhibitor Glecaprevir und dem NS5A-Inhibitor Pibrentasvir während 12 Wochen an Erwachsenen mit einer HCV-Infektion des Genotyps 1, 2, 3, 4, 5 oder 6 und einer kompensierten Lebererkrankung (mit oder ohne Zirrhose) mit schwerer Nierenfunktionsbeeinträchtigung, Abhängigkeit von Dialyse oder beidem zu beurteilen. Die Patienten litten unter chronischer Nierenerkrankung im Stadium 4 oder 5 und hatten entweder keine vorherige Behandlung gegen die HCV-Infektion oder eine vorherige Behandlung mit Interferon, pegyliertem Interferon, Ribavirin, Sofosbuvir oder einer Kombination dieser Medikamente erhalten. Der primäre Endpunkt war ein anhaltendes virologisches Ansprechen 12 Wochen nach dem Behandlungsende.

ERGEBNISSE

Von den 104 Patienten, die in die Studie aufgenommen wurden, hatten 52 % eine Infektion mit Genotyp 1, 16 % eine Infektion mit Genotyp 2, 11 % eine Infektion mit Genotyp 3, 19 % eine Infektion mit Genotyp 4 und 2 % eine Infektion mit Genotyp 5 oder 6. Der Anteil des anhaltenden virologischen Ansprechens betrug 98 % (102 von 104 Patienten; 95 %-Konfidenzintervall: 95–100). Kein Patient erlitt ein virologisches Versagen während der Behandlung, ebenso kam es bei keinem Patienten zu einem virologischen Rezidiv nach dem Behandlungsende. Unerwünschte Ereignisse, die bei mindestens 10 % der Patienten gemeldet wurden, waren Pruritus, Ermüdung und Übelkeit. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse wurden bei 24 % der Patienten gemeldet. Vier Patienten beendeten die Studienbehandlung vorzeitig aufgrund von unerwünschten Ereignissen; drei dieser Patienten wiesen ein anhaltendes virologisches Ansprechen auf.

SCHLUSSFOLGERUNGEN

Die Behandlung mit Glecaprevir und Pibrentasvir während 12 Wochen führte zu einem hohen Anteil eines anhaltenden virologischen Ansprechens bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung im Stadium 4 oder 5 und einer gleichzeitigen HCV-Infektion. (Finanziert von AbbVie; ClinicalTrials.gov-Nummer NCT02651194.)