GKV und PKV stellen gemeinsame digitale Gesundheitsakte „Vivy“ vor

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Berlin (pag) – Erstmals bieten gesetzliche Krankenkassen und private Krankenversicherungen ihren Kunden systemübergreifend eine gemeinsame digitale Gesundheitsplattform mit der neuen App „Vivy“ an.  25 Millionen Versicherte sollen davon künftig profitieren. Betriebs-, Ersatz- und Innungskrankenkassen sowie private Versicherungen geben ihren Versicherten damit die Möglichkeit, ihre persönlichen Gesundheitsdaten in einer App zu verwalten.

Die Anwendung solle den Nutzern jederzeit als digitale Gesundheitsassistentin zur Seite stehen, teilen die beteiligten Kassen in einer gemeinsamen Meldung mit. Versicherte könnten über die Vivy-App einfach und sicher Gesundheitsdaten wie Arztbriefe, Befunde, Laborwerte, Medikationspläne, Notfalldaten und Impfinformationen speichern. Sie hätten dabei die volle Kontrolle: Nur sie selbst würden entscheiden, welche Informationen sie in der App speichern und an welchen Arzt oder andere Akteure im Gesundheitswesen sie diese weitergeben möchten. Die Daten seien umfänglich mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gesichert, für die nur der Versicherte den Schlüssel habe. Vivy trage dazu bei, dass Mehrfachbehandlungen reduziert, Medikamenten-Unverträglichkeiten besser erkannt und Therapien unter Berücksichtigung vorangegangener Erkrankungen zielgenauer festgelegt werden könnten. Auch verbesserten digitale Prozesse den Komfort für Patienten: Vivy biete eine Erinnerungsfunktion für Arzttermine und die Medikamenteneinnahme und lasse Versicherte ihre Überweisungen oder Leistungsübersichten unkompliziert verwalten. 

Die elektronische Gesundheitsakte sei auch von den Leistungserbringern leicht zu handhaben. Ärzte könnten etwa Untersuchungsdaten sehr einfach in der App ihren Patienten bereitstellen und brauchten dafür keine Software zu installieren. Es genüge ein Web-Upload aus ihrer Praxissoftware heraus oder ein Fax an Vivy. Die Kooperation zwischen den verschiedenen privaten und gesetzlichen Krankenversicherungen gewährleiste, dass Ärzte und Therapeuten nicht Dutzende Lösungen kennen müssten.

Unterstützt werde Vivy von dem IT Dienstleister Bitmarck, von mehr als 90 Krankenkassen sowie von der Allianz Private Krankenversicherung, der Barmenia, der Gothaer und der Süddeutschen Krankenversicherung. Die App werde von der deutschen Vivy GmbH betrieben und von den Kassen und Versicherungen als Service für ihre Kunden kostenfrei zur Verfügung gestellt. Die Nutzung sei freiwillig. Die ersten Kassen und Versicherungen wollen die neue Gesundheitskarte bereits ab Juli anbieten.