Gesundheitsexperten warnen vor "Erwerbslücke"

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Berlin (pag) – Der BKK-Dachverband legt seinen Gesundheitsreport 2018 vor. Analysiert wurden Daten von 8,4 Millionen BKK-Versicherten, darunter vier Millionen Beschäftigte. Fazit: Ältere Arbeitnehmer erkranken nicht wesentlich häufiger als jüngere Arbeitnehmer, aber die Krankheitsdauer ist länger. Die Gruppe der Erwerbstätigen 50 plus steige aufgrund des demografischen Wandels. Die richtigen Konzepte müssten her, um länger fit im Job zu bleiben.

 

Wir brauchen heute alle Beschäftigten, denn es gibt eine geringere Anzahl an nachrückenden Berufseinsteigern“, konstatiert Prof. Holger Pfaff. „Es droht eine Erwerbslücke auf Dauer, wenn die älteren Erwerbstätigen ausfallen“, sagt er. Seine Lösung für die Unternehmen: die älteren Arbeitnehmer länger im Betrieb, gesund und arbeitsfähig halten. Staat und Betriebe seien gefordert, Lösungen dafür zu erarbeiten. „Altersgerechte Arbeitsgestaltung und alternsgerechte Führung seien vielversprechende Konzepte“, meint Prof. Jürgen Wegge. Ein anderer Weg sei es, die Rahmenbedingungen im Übergang zur Rente je nach Branche flexibler zu gestalten, schlägt BKK-Dachverbands-Chef Franz Knieps vor. Keinen Sinn mache das für jene, die bereits aufgrund körperlicher oder psychischer Belastungen im Beruf bereits mit 60 am Ende ihrer Leistungskraft seien. Kleinere und mittlere Unternehmen sollten durch die Sozialpartner mehr Unterstützung bei der Ausgestaltung alternsgerechter Arbeit erhalten. Auch die Politik sei gefragt, Gesundheitsziele zu formulieren.

 

Der Report informiert auch über die durchschnittlichen Fehltage – 17,7 Tage sind es im Mittel – zwei Prozent weniger als 2016. Muskel- und Skeletterkrankungen, psychische Störungen und Atemwegserkrankungen sind die Hauptursachen. Sie sind verantwortlich für mehr als die Hälfte der Fehltage. Fast Zweidrittel aller Fehlzeiten liegen bei einer Woche und weniger. Am höchsten sind die Ausfälle bei Beschäftigten der Branchen Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallentsorgung, Verkehr und Logistik sowie dem Baugewerbe, am geringsten im IT-Bereich und bei naturwissenschaftlichen Arbeitsplätzen.