Gesundheits-Apps: Forderung nach Expertenbeirat

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Berlin (pag) – Kaum ist das Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) beschlossen, hagelt es weitere Kritik und Verbesserungsvorschläge: Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) etwa fordert einen Expertenbeirat beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) für die Bewertung von Gesundheits-Apps. Auch Psychologen sehen die digitalen Anwendungen mit Skepsis.

 

Für die medizinisch-wissenschaftliche Bewertung einer App sollte das BfArM zwingend die Expertise der medizinisch-wissenschaftlichen Fachexperten nutzen, fordert die AWMF. Denn das Bundesinstitut prüfe nur formale Kriterien wie Datenschutz, (Daten-)Sicherheit und Funktionstauglichkeit. „Maßstab für die Qualität kann nur sein, ob die digitale Anwendung die Kriterien der evidenzbasierten Medizin erfüllt. Das gelingt am besten, wenn sie unmittelbar Leitlinien-Wissen integriert“, betont Prof. Rolf Kreienberg, Präsident der AWMF. Diese starte aktuell ein Projekt zur Digitalisierung sämtlicher Leitlinien.

Prof. Michael Krämer hat ähnliche Bedenken. „Uns bereitet Sorge, dass die Hersteller laut Digitale-Versorgung-Gesetz erst nach einem Jahr nachweisen müssen, ob ihre App die Versorgung der Patientinnen und Patienten verbessert – viel zu spät, um mögliche Risiken auszuschließen“, sagt der Präsident des Berufsverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) goutiert – neben Kritik am DVG –dagegen, dass im beschlossenen Gesetz, „durch die Förderung digitaler Innovationen ein Eingreifen in die ärztliche Therapiefreiheit unzulässig und eine Erstattung durch die Krankenkassen nur bei Vorliegen einer medizinischen Indikation möglich ist“.

Apo Asset Management, eine Fondsgesellschaft, sieht wirtschaftliches Potenzial in solchen Anwendungen. Noch halte sich der Umsatz in diesem Bereich in Grenzen, doch „fest steht: In den nächsten Jahren dürfte der Markt für Gesundheits-Apps wachsen, sich ausdifferenzieren und auch für Investoren vielfältiger und attraktiver werden“.