Gesünderes Essen bei US-Senioren mit weniger erektilen Dysfunktionen assoziiert

  • JAMA Network Open

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Ältere Männer, die sich besonders „gesund“ ernähren, haben im Vergleich zu jenen mit den schlechtesten Angewohnheiten ein annähernd 20 % niedrigeres Risiko, eine erektile Dysfunktion zu erleiden, so das Ergebnis einer Auswertung der US-amerikanischen Health Professionals Follow-up Study.

Hintergrund

Erektionsstörungen vermindern die Lebensqualität und sind – besonders bei jüngeren Männern – häufig ein Anzeichen für eine kardiovaskuläre Erkrankung. Die Autoren spekulieren nun, dass es leichter wäre, Männer zu einer gesunden Ernährung zu motivieren, wenn sie damit nachweislich das Risiko erektiler Dysfunktionen (ED) senken können. In der aktuellen Studie haben sie daher die Assoziation zwischen beiden Parametern untersucht.

Design

Die Health Professionals Nachfolge-Studie ist eine prospektive Untersuchung bei männlichen Angehörigen des US-amerikanischen Gesundheitswesens, die zum Zeitpunkt der Rekrutierung zwischen 40 und 75 Jahren alt waren, und bei denen zwischen 1998 und 2014 alle 4 Jahre die Ernährungsgewohnheiten per Fragebogen erhoben wurden. Teilnehmer, die bereits zu Beginn der Studie eine Erektionsstörung hatten, einen Herzinfarkt, Diabetes, Schlaganfall oder eine urogenitale Krebserkrankung wurden ausgeschlossen. Die Qualität der Ernährung wurde anhand des Mediterranen Diät-Wertes und des „Alternative Healthy Eating Index (AHEI) 2010“-Wertes bestimmt, und neu aufgetretene erektile Dysfunktionen alle 4 Jahre abgefragt. Adjustiert wurden die Schätzungen unter anderem fürs Rauchen, BMI und körperliche Aktivität.

Ergebnisse (Auswahl)

  • Das durchschnittliche Alter der 21.469 Studienteilnehmer war anfänglich 62 Jahre; die mittlere Nachverfolgungszeit betrug 10,8 Jahre. In dieser Zeit wurden bei Männern unter 60 Jahren 968 ED-Neuerkrankungen erfasst, 3703 Fälle bei Männern von 60 bis 69 Jahren, und 4793 Fälle ab 70 Jahren.
  • Bei den unter 60-jährigen hatten Männer im obersten Quintil der mediterranen Ernährungsqualität im Vergleich zu jenen im untersten Quintil ein niedrigeres Risiko für eine ED. Das Chancenverhältnis HR betrug 0,78 bei einem 95%-Konfidenzintervall von 0,66 bis 0,92.
  • Auch beim AHEI hatten Männer unter 60 im besten Quintil ein niedrigeres Risiko: HR 0,78; 95%-KI 0,63 – 0,97.
  • In den Altersgruppen von 60 – 69 bzw. ab 70 gab es ebenfalls eine inverse Assoziation von mediterraner Ernährung und ED-Risiko. Hier betrugen die Chancenverhältnisse HR 0,82 (95%-KI 0,76 – 0,89) bzw. HR 0,93 (95%-KI 0,86 – 1,00).

Klinische Bedeutung

Die Studie könnte ein weiteres Argument liefern, um ältere Männer zu einer „gesunden“ Ernährung zu motivieren, denn möglicherweise senken sie damit ihr Risiko für Erektionsstörungen. Die Annahme ist plausibel, auch wenn sie in diesem Fall dadurch eingeschränkt wird, dass die Teilnehmer allesamt medizinische Fachkräfte waren und somit möglicherweise nicht repräsentativ für die Allgemeinbevölkerung.

Finanzierung: National Institutes of Health.