Genfähre gegen Neovaskularisierung bei altersbedingter Makuladegeneration


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften 

Eine Gentherapie mit einmaliger Injektion eines Adenovirus-basierten Vektors in den Augapfel hat sich in einer kleinen Studie als gut verträglich erwiesen. Potentiell wirksam war die Behandlung aber nur bei Probanden, die keine oder nur niedrige Konzentrationen von Antikörper gegen Adenoviren hatten.

Hauptergebnisse

Die intravitreale Injektion des „Genvehikels“ AAV2-sFLT01 bei 19 Patienten mit fortgeschrittener altersbedingter Makuladegeneration (Visus unter 20/200) führte zu zwei Fällen von Fieber und einer – erfolgreich behandelten – intraokularen Entzündung. Ansonsten erschien die Prozedur sicher und wurde in allen getesteten Dosierungen gut vertragen. Darüber hinaus kam es bei sechs von elf Patienten mit Aussicht auf einen Therapieerfolg auch zu einer Verbesserung des Sehvermögens und einer Reduktion der retinalen und subretinalen Flüssigkeit. Bei den anderen Patienten war man nicht erfolgreich, was die Autoren auf neutralisierende Antikörper gegen Adenoviren zurückführen, aus denen die Genvehikel konstruiert wurden.

Design

Unverblindete, multizentrische Phase I-Studie mit 19 Patienten in fünf Kohorten mit ansteigenden Dosierungen zur Bestimmung der Sicherheit und Verträglichkeit nach einmaliger intravitrealer Injektion eines Vektors auf Basis eines Adenovirus (AAV2-sFLT01). Dieser Vektor war gentechnisch so konstruiert worden, dass er die Bauanleitung zur Produktion einer löslichen Variante des VEGF-Rezeptors 1 trug, mit dem Ziel, die Neovaskularisierung zu verhindern.

Klinische Bedeutung

Die Hemmung der Neovaskularisierung durch die Blockade des Wachstumsfaktors VEGF ist schon heute die Standardbehandlung bei der feuchten Form der AMD. Sie ist allerdings mit monatlichen, unangenehmen Injektionen und dem Risiko für Infektionen und Katarakte verbunden. Eine Gentherapie wie die hier getestete verspricht, im Idealfall mit einer einzigen Injektionen auszukommen und wäre deshalb überlegen. Abgesehen davon, dass dafür noch weitere Studien erforderlich wären, käme diese Therapie allerdings nur für Menschen in Betracht, die keine neutralisierenden Antikörper gegen Adenoviren haben – und das sind laut Autoren nur 40 Prozent aller Erwachsenen.