Gelenkschmerzen unter Checkpoint-Inhibitor-Therapie: MRT klärt Verdacht auf Arthritis schnell auf

  • JAMA Network Open

  • von Dr. Nicola Siegmund-Schultze
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Frühe Formen von Arthritiden, die als immunvermittelte Nebenwirkungen von Checkpoint-Inhinbitoren auftreten können, lassen sich mit Hilfe der Magnetresonanzomographie schnell abklären. Die Sensitivität der Röntgenuntersuchung für frühe Entzündungsprozesse an Gelenken ist dagegen deutlich gering er .

Hintergrund
Checkpoint-Inhibitoren haben die systemische Behandlung von Krebspatienten revolutioniert und die Prognose bei fortgeschrittenen Tumoren verbessert, zum Beispiel beim malignen Melanom und Bronchialkarzinomen. Andererseits induzieren Checkpoint-Inhibitoren durch Aktivierung des Immunsystems bei 86–96 % der Patienten autoimmune Nebenwirkungen wie Kolitis, Hepatitis, Hautausschläge oder Endokrinopathien. Arthritiden treten als immunvermittelte Nebenwirkung der Substanzklasse bei circa 2 % der Behandelten auf und werden häufig zunächst nicht erkannt. An den National Institutes of Health der USA in Bethesda, Maryland, ist geprüft worden, ob sich akute frühe Formen durch Bildgebung mit der Magnetresonanztomografie (MRT) feststellen lassen.

Design

  • Fallserie von Patienten, die unter Checkpoint-Inhibitoren rheumatologische Symptome an Gelenken entwickelten
  • unizentrische Studie am Klinikum der National Institutes of Health der USA in Bethesda, Maryland

Hauptergebnisse

  • Zur Abklärung der akuten Gelenkbeschwerden erfolgten unter anderem Magnetresonanztomografien, meist mit Kontrastmittelgabe. Am häufigsten waren MRT-Untersuchungen an Händen und Handgelenken mit Tenosynovitis und Synovitis als häufigsten Befunden.
  • Vereinzelt wurden Knochenmarksödeme diagnostiziert.
  • Die großen Gelenke waren am zweithäufigsten betroffen. An Knie- und Sprunggelenken wurden im MRT vor allem Gelenkergüsse und Synovialverdickungen erkennbar, in Einzelfällen auch bereits fortgeschrittene Arthritiden mit Gelenkerosionen.

Klinische Bedeutung
Das MRT kann bei Patienten, die Checkpoint-Inhibitoren erhalten, auch frühe Formen von Arthritis sichtbar machen. Diese Bildgebung könne auch für die Differenzialdiagnose zwischen einer Arthralgie und akuter Arthritis angewendet werden, so die Autoren. Die Röntgenuntersuchung eigne sich zur Klärung dieser Fragestellung nur begrenzt. Um irreversible Gelenkveränderungen zu vermeiden, sei eine frühe Behandlung indiziert. Dafür eigneten sich Glukokortikoide und gegebenenfalls auch immunmodulatorische Medikamente (DMARDs).

Finanzierung: öffentliche Mittel.