Gebärmutterhalskrebs: Therapeutischer Impfstoff bei Mäusen erfolgreich


  • Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Wissenschaftlern vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist es gelungen, einen therapeutischen Impfstoff zu entwickeln, der bei Mäusen den durch Humane Papillomviren (HPV) verursachten Gebärmutterhalskrebs bekämpfen konnte. Bei der Hälfte der geimpften Nager bildeten sich die Tumoren zurück, so die Ergebnisse der DKFZ-Studie, die im Journal Oncoimmunology publiziert wurden.

HIntergrund

Ziel der Forscher am DKFZ ist es, einen Impfstoff für Menschen zu entwickeln, die sich bereits mit HP-Viren infiziert haben oder an einem HPV-induzierten Karzinom oder Krebsvorstufen erkrankt sind und daher nicht mehr von einer Schutzimpfung profitieren. Während nach einer Schutzimpfung der Organismus Antikörper bildet, die ihn vor einer künftigen Infektion schützen, stimuliere eine therapeutische Impfung das Immunsystem, so dass es sich gegen infizierte oder entartete Zellen wende und sie abtöte, erläutert Angelika Riemer vom Deutschen Krebsforschungszentrum in einer aktuellen Mitteilung. Eine besondere Bedeutung komme dabei den zytotoxischen T-Zellen zu, die in der Lage seien, winzige Molekülstrukturen der Papillomviren, so genannte Epitope, auf der Oberfläche infizierter Zellen oder Krebszellen zu erkennen und gezielt zu zerstören. Epitope stellen daher auch den wichtigsten Bestandteil des experimentellen therapeutischen Impfstoffes dar.

Hauptergebnisse

Im Mausmodell konnten Riemer und ihre Kollegen zeigen, dass ihr experimenteller therapeutischer Impfstoff gegen Krebserkrankungen, die durch HP-Viren induziert werden, tatsächlich wirkt: „Bei der Hälfte der geimpften Mäuse verschwanden die Tumoren vollständig", berichtet die DKFZ-Forscherin. Kommen die zytotoxischen T-Zellen mit den Epitopen aus dem Impfstoff in Kontakt, sei dies für sie das Signal, den restlichen Körper nach Zellen abzusuchen, die diese Erkennungsmoleküle ebenfalls tragen. Stoßen sie dann auf Krebszellen, die diese HPV-Epitope auf der Oberfläche tragen, töten die zytotoxischen T-Zellen sie ab.

Klinische Bedeutung

Derzeit befindet sich der therapeutische Impfstoff gegen Gebärmutterhalskrebs und andere HPV- bedingte Krebsarten allerdings noch in der präklinischen Entwicklungsphase. Um ihn künftig auch bei Menschen einsetzen zu können, müsse die Wirksamkeit der Impfung noch besser werden, wird Riemer in der Mitteilung zitiert. Während therapeutische Impfstoffe gegen andere Krebserkrankungen manchmal besser wirkten, wenn sie verschiedene Erkennungsmoleküle enthielten, sei es bei HPV-Tumoren besser, nur eines, dafür aber ein richtig gutes Erkennungsmolekül zu verwenden. Dazu seien jedoch noch weitere Untersuchungen notwendig.