Gebärmutterhalskrebs: Screening ohne Dokumentationsvorgaben

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Berlin (pag) – Das Screening auf Gebärmutterhalskrebs kommt am 1. Januar 2020, allerdings ohne Dokumentationsvorgaben. Das beschließt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in seiner jüngsten Sitzung. Der Grund laut G-BA: Die für die Dokumentation notwendige Software könne nicht zur Verfügung gestellt werden.

 

Konkreter äußert sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV): „Hintergrund der Aussetzung der Dokumentation ist, dass es nicht allen Softwareanbietern gelingen wird, zum Starttermin der Programme die nötige Dokumentationssoftware anzubieten.“ Eigentlich ist vorgesehen, dass Ärzte die Untersuchungen der organisierten Früherkennungsprograme elektronisch dokumentieren. Ziel sei es, Daten zu gewinnen, auf deren Basis das Programm beurteilt und gegebenenfalls weiterentwickelt werden kann, teilt der G-BA mit. Die KBV ergänzt, dass die gesammelten Informationen in pseudonymisierter Form mit anderen Daten, etwa der klinischen Krebsregister, zusammengeführt und ausgewertet werden sollen.

Von einer Verschiebung des kompletten Programmstarts des Zervixkarzinom-Screenings – das fordert im Vorfeld der Berufsverband der Frauenärzte – sieht der G-BA ab, „damit die anspruchsberechtigten Frauen ohne weiteren Verzug von den Vorteilen des Programms in Form von sensitiveren Testmethoden, verbesserten und qualitätsgesicherten Abklärungsalgorithmen, Einladungen und umfassender Programminformation profitieren können“, sagt Dr. Monika Lelgemann, unparteiisches Mitglied des G-BA und Vorsitzende des Unterausschusses Methodenbewertung.

Die Erbringung und Abrechnung der Leistungen zulasten der Krankenkassen wäre – ohne die nun beschlossene Änderung – entsprechend nur bei Erfüllung der Dokumentationsvorgaben zulässig, heißt es von Seiten des G-BA.

Der Beschluss, der auch eine Aussetzung der Dokumentationsvorgaben für das Darmkrebs-Screening vorsieht, soll am 1. Januar 2020 in Kraft treten, wenn das Bundesgesundheitsministerium (BMG) keine Einwände hat.