Gastroenteritis im Kindesalter: Ondansetron ist mit verringerter intravenöser Flüssigkeitsverabreichung verknüpft

  • Powell EC & al.
  • Ann Emerg Med

  • Univadis
  • Clinical Summary
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Erkenntnis

  • Bei Kindern mit Gastroenteritis ist eine Ondansetron-Behandlung in der Notaufnahme (NA) mit einer verringerten intravenösen Flüssigkeitsverabreichung beim Indexbesuch assoziiert, jedoch nicht mit fünf anderen wichtigen klinischen Ergebnissen.

Warum das wichtig ist

  • In Studien mit an Gastroenteritis erkrankten Kindern wurde Ondansetron mit verringertem Erbrechen, verringertem intravenösen Flüssigkeitsbedarf und weniger Krankenhausaufnahmen in Verbindung gebracht.
  • In der klinischen Praxis ist der Zusammenhang zwischen Ondansetron und klinischen Ergebnissen unklar, einschließlich der Fragen, ob sich dadurch die intravenöse Flüssigkeitsverabreichung und die Krankenhausaufnahmen verringern, welcher Zeitpunkt und welche Verabreichungsart geeignet sind, ob es zusammen mit einer oralen Rehydratisierungstherapie angewendet werden sollte und ob es sich auf die Anzahl erneuter Krankenhausbesuche oder die spätere intravenöse Flüssigkeitsverabreichung auswirkt.

Studiendesign

  • Vordefinierte Analyse von 2 Probiotika-Studien an 16 US-amerikanischen und kanadischen Zentren im Zeitraum 2013–2017 (N = 794).
  • Teilnehmer: Kinder im Alter von 3–48 Monaten mit Gastroenteritis und ≥ 3 Episoden mit Erbrechen vor der Vorstellung in der NA.
  • Es lag im Ermessen der medizinischen Fachkräfte, ob Ondansetron verabreicht wurde.
  • Ergebnisse: 
    • Intravenöse Flüssigkeitsgabe und Krankenhausaufnahme beim Indexbesuch und innerhalb der nächsten 72 Stunden.
    • Häufigkeit des Auftretens von Durchfall und Erbrechen innerhalb der nachfolgenden 24 Stunden.
  • Finanzierung: Nicht offengelegt

Wesentliche Ergebnisse

  • Medianes Alter: 16,0 Monate
  • Mit Ondansetron vs. ohne Ondansetron, Analyse mittels Propensity-Score-Matching:
    • Intravenöse Flüssigkeitsverabreichung bei Indexbesuch: aOR: 0,50 (95 %-KI: 0,29–0,88)
    • Keine Unterschiede bei den fünf anderen primären Ergebnissen.

Einschränkungen

  • Es wurde kein kausaler Zusammenhang bestimmt.
  • Übelkeit und Patientenzufriedenheit wurde nicht gemessen.
  • Große Konfidenzintervalle
  • Unklar, welche Teilgruppen von der Ondansetron-Behandlung profitieren könnten.