Gabapentin schneidet in einer Cross-Over-Studie mit Ischialgie-Patienten besser ab als Pregabalin


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Gabapentin und Pregabalin waren bei einer kleinen Anzahl von Patienten mit einer mindestens 3 Monate anhaltenden Ischialgie gleichermaßen wirksam. Bezüglich Nebenwirkungen war Gabapentin aber überlegen.

Hintergrund

Die optimale pharmakologische Behandlung bei chronischen Ischiasschmerzen sei unklar, schreiben die Autoren. Außer Paracetamol und NSAIDs sowie kurzfristigen Gaben von Opioiden werden Antikonvulsiva verabreicht - am häufigsten Gabapentin (G) und dessen Nachfolger Pregabalin (P).

Design

Direkter Vergleich der beiden Antikonvulsiva in einer unizentrischen Cross-over Studie durch die Randomisierung von 18 Studienteilnehmern (11 Männer, Altersdurchschnitt 57 Jahre) auf zwei unterschiedliche Sequenzen: 400 – 800 mg G 3 mal täglich über 8 Wochen, dann 150 – 300 mg P zwei Mal täglich für 8 Wochen, oder umgekehrt. Primäres Studienziel war die Schmerzintensität auf der 10 Punkte umfassenden visuellen analogen Skala (VAS) zu Studienbeginn und nach 8 Wochen. Sekundäre Studienziele waren der Grad der Behinderung und die Schwere bzw. Häufigkeit von Nebenwirkungen.

Hauptergebnisse

  • Beide Präparate konnten die Schmerzen gemäß VAS signifikant reduzieren: G von durchschnittlich 7,54 auf 5,82 Punkte (P=0,001), P von durchschnittlich 7,33 auf 6,38 (P=0,002).
  • Gemäß des Oswestry Disability Questionnaire reduzierten sich die Behinderungen in beiden Gruppen exakt gleich, nämlich von durchschnittlich 59,22 auf 48,54 Punkte (P
  • Mit 19 % gegenüber 81 % erlitten deutlich weniger Patienten Nebenwirkungen mit G, als mit P. Besonders ausgeprägt waren die Unterschiede bei Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerz (6 % vs 39 %), sowie bei Magenbeschwerden, Diplopie und Dysarthrie. Letztere wurden unter P jeweils bei mehr als einem Viertel der Patienten beobachtet wurden, und unter G gar nicht.

Klinische Bedeutung

P und G seien gleichermaßen wirksam, G jedoch besser verträglich, bilanzieren die Autoren. Deshalb solle eine Therapie mit G begonnen werden. Allerdings scheint diese Empfehlung nicht sonderlich belastbar, da die Datengrundlage nur aus 18 Patienten bestand.

Finanzierung: Townsville Hospital’s Study, Research and Education Trust Account.