Für ein langes Leben: Fiesta mexicana plus grüner Tee


  • Dr. med. Thomas Kron
  • Smalltalk
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Kernbotschaften

Das neue Jahr hat gerade erst begonnen, da machen wieder Studien die Runde, die so viel „Charme“ ausstrahlen, dass sie einfach nicht unter den Tisch gekehrt werden können. In der einen Studie haben chinesische Forscher herausgefunden worden, dass Teetrinken mit einem längeren und gesünderen Leben einhergeht. Dies treffe vor allem auf grünen Tee zu, so die Wissenschaftler aus Beijing im „European Journal of Preventive Cardiology“.

Für ihre vom chinesischen Staat finanzierten Studie haben die Autoren Daten von über 100.000 erwachsenen Personen ausgewertet, um herauszufinden, ob es einen Zusammenhang zwischen regelmäßigem Teetrinken und den Parametern Gesamt-Mortalität, kardiovaskuläre Mortalität und kardiovaskuläre Ereignisse gibt. Den Autoren zufolge haben sie tatsächlich Zusammenhänge festgestellt.  So ergab die Datenauswertung bei den Teetrinkern eine um 15 Prozent geringere Gesamtmortalität und prozentual auch weniger kardiovaskuläre Todesfälle (minus 22 Prozent) und Ereignisse (minus 20 Prozent). Als besonders gesund und geradezu als flüssiger „Lebensretter“ habe sich grüner Tee erwiesen, was, man mag es kaum glauben, an den vielen Phenolen liegen soll, die dieser Tee enthält. 

Grüner Tee – ein Mittel sogar gegen Alzheimer?

Dass grüner Tee ein „ganz besonderer Saft“ ist, haben in den vergangenen Jahren schon mehrere Studie gezeigt. So wurde zum Beispiel berichtet, dass Extrakte aus grünem Tee bei der Alzheimer-Erkrankung gegen abnormes Amyloid wirken sollen; im Fokus der Forscher steht dabei meist die Substanz Epigallocatechingallat (EGCG), von der zum Beispiel belegt ist, dass sie – zumindest im Reagenzglas – die Bildung von toxischen Oligomeren verhindern kann, die in der Pathogenese von neurodegenerativen Erkrankungen wie Morbus Parkinson oder der seltenen Multisystematrophie eine Rolle spielen. Allerdings gibt es keinen Beweis dafür, dass EGCG (oder grüner Tee) Menschen vor solchen Erkrankungen schützen oder bereits Erkrankte heilen kann. 

Auch Scharfes schützt – vielleicht

Eine erfreuliche Beobachtung haben kürzlich auch italienische Forscher gemacht. Ihrer Studie zufolge, die immerhin im renommierten „Journal of the American College of Cardiology“  erschienen ist, schützt möglicherweise auch Chilipfeffer vor einem vergleichsweise frühen Ableben infolge kardio- oder zerebrovaskulärer Ereignisse wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Die errechnete Risikoreduktion bei der Gesamt-Mortalität habe rund 23 Prozent betragen, die kardiovaskuläre Sterberate und die zerebrovaskuläre Sterberate seien bei den Anhängern scharfer Kost sogar noch stärker reduziert gewesen (minus 34 und minus 61 Prozent). Die genauen molekularen Mechanismen der vermuteten Schutzwirkung sind zwar noch unbekannt, aber möglicherweise ist das Alkaloid Capsaicin der „Wohltäter“. 

Schlussfolgerung: Wer lange leben will, sollte vermutlich regelmäßig Grünen Tee trinken und Schnitzel und Pommes durch Pollo con mole (Huhn in Schoko-Chili-Soße) oder Pozole rojo (Eintopf mit Mais und Schweinegulasch) ersetzen. Allerdings sollte nicht unerwähnt bleiben, dass die Befunde der beiden Studien bei Chinesen und Italienern gemacht wurden. Wie repräsentativ sie sind, müsste noch in weiteren Studien geklärt werden. Außerdem: Es gibt zum Chili nicht nur Gutes zu melden. Der Verzehr von größeren Mengen an Chili ist möglicherweise mit einem erhöhten Risiko für einen beschleunigten kognitiven Abbau verbunden sein, so das Ergebnis einer Studie, die vor ein paar Monaten im Fachblatt „Nutrients“  erschienen ist. „Verantwortlich“ für die eher unerfreuliche Wirkung ist auch in diesem Fall möglicherweise Capsaicin, von dem bekannt sein soll, dass es neurotoxisch wirken könne.