FSME: Neue Risikogebiete in Thüringen und Sachsen

  • Robert Koch-Institut

  • von Andrea Hertlein
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

Bei der jährlichen Aktualisierung der Karte zu den FSME-Risikogebieten sind in diesem Jahr drei neue Risikogebiete dazu gekommen, teilt das Robert Koch-Institut (RKI) im aktuellen Epidemiologischen Bulletin 08/2020 mit. Dabei handelt es sich um den Stadtkreis Dresden und den Landkreis Meißen in Sachsen sowie um den Landkreis Schmalkalden-Meiningen in Thüringen. Damit sind aktuell 164 Kreise als FSME-Risikogebiete definiert.

Die Mehrzahl der Betroffenen ist nicht geimpft

Nach wie vor besteht ein Risiko für eine FSME-Infektion vor allem in Bayern und Baden-Württemberg, in Südhessen, im südöstlichen Thüringen und in Sachsen, betont das RKI . 2019 wurden laut RKI-Bericht insgesamt 444 Fälle von FSME gemeldet. Das entspricht einer Abnahme von knapp einem Viertel im Vergleich zum Jahr 2018, in dem die bislang höchsten Erkrankungszahlen gemeldet wurden. In fast allen Fällen (98%) waren die Betroffenen gar nicht oder nur unzureichend geimpft, heißt es im aktuellen Bulletin. Ein hoher Anteil der auftretenden FSME-Erkrankungen könne laut RKI durch eine Steigerung der Impfquoten, insbesondere in Risikogebieten mit hoher FSME-Inzidenz verhindert werden.

Aktualisierte Leitlinie zur Frühsommer-Meningoenzephalitis erschienen

Etwa zeitgleich mit der Aktualisierung der Risikogebiete durch das RKI hat die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) eine vollständig überarbeitete S1-Leitlinie zur Frühsommer-Meningoenzephalitis präsentiert. Die Leitlinie informiert über das Infektionsrisiko, den Krankheitsverlauf, die Diagnosestellung, die Prognose und die Möglichkeiten und Erfolgsaussichten einer Impfung.

Die wichtigste Empfehlung der DGN: „Da die FSME häufig schwerwiegend verläuft und bei mehr als einem Drittel der Erkrankten dauerhafte neurologische Schäden hinterlässt, ist die aktive FSME-Impfung allen Personen nach Vollendung des ersten Lebensjahrs und vor Aufenthalt in Risikogebieten zu empfehlen.“ Nach kompletter Grundimmunisierung und einer ersten Booster-Impfung könne laut der Autoren der Impfschutz der unter 50-Jährigen bis zu 10 Jahre anhalten. Die Impfung gegen FSME erhöht nicht die Schubrate bei Patienten mit Multipler Sklerose, heißt es außerdem in der Leitlinie.