Frühere Inhaftierung beeinflusst das Risiko für eine HIV- und HCV-Infektion


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Kernbotschaften

  • Eine noch nicht lange zurückliegende Inhaftierung geht bei Personen, die Drogen injizieren, mit einem erhöhten Risiko für eine HV- und HCV-Infektio  einher.
  • Ein Haftaufenthalt könnte bei Menschen, die Drogen injizieren, unter mehreren Umständen Übertragung und Verbreitung des HI- und des HC-Virus fördern.
  • Diese Befunde unterstreichen die Notwendigkeit, effekte Strategien zu  entwickeln, mit denen bei drogen-injizierenden Personen das Risiko einer HIV- und HCV-Übertragung reduziert werden kann; dabei sollte auch der Einfluss der Arzneimittelgesetzgebung und übermäßiger Haftaufenthalte berücksichtigt werden.

Geht es darum das Risiko einer HIV- und HCV-Infektion bei Menschen zu bestimmen, die sich Drogen injizieren, dann sind Haftaufenthalte in der Anamnese wichtige Faktoren. „Kurz nach einer Inhaftierung geht das Risiko deutlich hoch, eine länger zurückliegende Haft ist hingegen nur schwach mit einem erhöhten Risiko für die beiden Infektionen verbunden“, sagte Jack Stone, der Erstautor einer Arbeit, die im Lancet Infectious Disease  erschienen ist. 

Die Metaanalyse schloss publizierte Ergebnisse von 20 Studien und unpublizierte Ergebnisse vo 21 Studien ein. Ziel war, bei drogen-injizierenden Menschen den Zusammenhang zwischen einer Inhaftierung und dem Risiko einer Infektion mit HV und HCV zu ermitteln.  „58 Prozent der drogen-injizierenden Menschen sind in ihrem Leben schon mal inhaftiert gewesen; und zwischen der Haft-Vorgeschichte und der verbreiteten HIV- und HCV-Infektion ist mehrfach eine Verbindung hergestellt worden, erklärten die Forscher um Jack Stone und betonen damit, dass viele Studien für präventive Strategien zur Reduktion der Erreger-Übertragung in der Phase nach der Haftentlassung sprechen.

Um Mechanismen und Ausmaß der Risiko-Erhöhung nach einer Inhaftierung besser zu verstehen, haben Stone und seine Kollegen Daten von Studien aus Australien, West- und Osteuropa, Nord- und Lateinamerika sowie Südostasien analysiert; diese zeigen, dass ein kurz zurückliegender Haftaufenthalt (vor 3, 6, 12 Monaten oder der letzten Kontrolle) mit einem um 81 Prozent erhöhten HIV-Risiko (relatives Risiko 1,81) und einem um 62 Prozent erhöhten HCV-Risiko assoziiert ist. In beiden Fällen wurde eine moderate Heterogenität der Studien festgestellt  (I2 =63,5% [p=0,001] und I 2 =57,3% [p=0,002] für HIV und HCV).

„Unsere Ergebnisse lassen schlussfolgern, dass ein Haftaufenthalt ganz erheblich zur Übertragung und Verbreitung von HIV und HCV unter drogen-injizierenden Menschen beiträgt, und dass Studien notwendig sind, um zu verstehen, wie Haftaufenthalte das Risiko für Infektionen mit den beiden Erregern erhöhen“, so Stone. „Um die Risiken zu reduzieren, die mit einem Haftaufenthalt verbunden sind, müssen die multiplen sozialen Schwachpunkte drogen-injizierender Menschen  berücksichtigt werden“, so das Fazit von Stone.