Frühe Geburten korrelieren mit schlechteren Bildungs- und Einkommenschancen


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Kernbotschaften

Dänen, die zwischen der 22. und 27. Schwangerschaftswoche geboren wurden, hatten im Alter von 28 Jahren deutlich schlechtere Chancen auf einen Hochschulabschluss und auf ein gutes Einkommen, als Altersgenossen mit einem termingerechten Geburtstermin. Dieses Verhältnis schwächte sich ab, je länger die Kinder im Mutterleib verblieben.

Hintergrund

Frühgeburten sind mit negativen Folgen für die Gesundheit assoziiert. Weniger klar ist jedoch, inwiefern sich kleinere Schwankungen in der Schwangerschaftsdauer auch bei termingerechten Geburten auf die spätere Entwicklung auswirken können.

Design

Dänische, bevölkerungsbasierte Kohortenstudie für alle 228.030 Lebendgeburten von 1982 bis 1986, die ohne Geburtsdefekte auf die Welt kamen und mit 28 Jahren noch in Dänemark lebten. Verglichen wurde die Schwangerschaftsdauer mit erreichten Bildungsabschlüssen, dem Einkommen, und der primären Einkommensquelle mit 28 Jahren.

Hauptergebnisse

  • Der Anteil der Bevölkerung, die mit 28 Jahren einen Hochschulabschluss hatte, betrug 36,3 %. Unter denjenigen, die zwischen der 22. und 27. Schwangerschaftswoche geboren wurden, waren es 21,6 %. Gleichzeitig waren sie nur zu 23,3 % unter den Einwohnern im oberen Drittel des Einkommensbereiches repräsentiert.
  • Im Vergleich zu Menschen, die in der 40. Schwangerschaftswoche geboren wurden, waren die adjustierten Chancenverhältnisse OR für Individuen, die zwischen 22 und 27 Wochen geboren wurden, 0,21. Für Woche 28 – 31 betrug die OR 0,45; für Woche 38 0,85, und für Woche 43 – 45 0,93.
  • Die Chancenverhältnisse zum Erreichen des obersten Einkommensdrittels betrug für die Geburtswochen 22 – 27 0,66; für Woche 28 – 31 0,80; für Woche 38 0,95 und für die Wochen 43 – 45 1,00.

Klinische Bedeutung

Geburten vor der 39. Schwangerschaftswoche waren mit einer niedrigeren Chance assoziiert, einen höheren Bildungsabschluss zu erreichen und in das Drittel der Bestverdiener vorzustoßen. Da sich diese Zahlen mit zunehmender Nähe an eine termingerechte Geburt normalisieren, ist ein kausaler Zusammenhang wahrscheinlich. Die Autoren weisen darauf hin, dass die Nachteile bei einer Geburt zwischen Woche 35 und 38 zwar vergleichsweise gering sind. Dennoch seien die Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit beträchtlich, weil ein großer Anteil der Geburten in diesen Zeitraum fällt.

Finanzierung: Nordic Program on Health and Welfare