Frauen mit Schlafapnoe haben möglicherweise höhere Krebsraten als Männer

  • European Respiratory Journal

  • von Dr. Carola Krause
  • Medizinische Nachrichten
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Kernbotschaft

In einer Querschnittsanalyse der European Sleep Apnea Database (ESADA) war die Prävalenz von Krebs bei Frauen mit obstruktiver Schlafapnoe (OSA) und nächtlicher Hypoxie im Vergleich zu Männern erhöht.

Hintergrund

Menschen mit einer OSA haben während des Schlafs regelmäßig eine flache Atmung (Hypopnoe) und Atemaussetzer (Apnoen), die länger als zehn Sekunden dauern, wodurch der Sauerstoffgehalt im Blut verringert wird. Häufige Symptome sind Schnarchen, Schlafstörungen und übermäßige Müdigkeit.

Momentan gibt es wachsende, aber umstrittene wissenschaftliche Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang zwischen OSA und Krebs. Die verfügbaren Studien sind aufgrund der begrenzten Stichprobengröße und der widersprüchlichen Charakterisierung der OSA-Phänotypen oder der Art der Malignitäten zu unstimmigen Ergebnissen gekommen.

Wissenschaftler haben nun, basierend auf Analysen von Registerdaten, die in der europäischen Datenbank ESADA gesammelt wurden, an insgesamt rund 20.000 erwachsenen OSA-Patienten den geschlechterspezifischen Zusammenhang zwischen OSA und Krebs untersucht.

Krebsfälle bei Frauen mit Schlafapnoe häufiger

Die Forschenden überprüften die Aufzeichnungen von Patienten ab 18 Jahren, die zwischen 2007 und 2016 in einem teilnehmenden Schlaflabor auf OSA untersucht wurden. Die Diagnose auf OSA wurde nach einer Polysomnographie oder einer Polygraphie gestellt.

Die Testergebnisse umfassten den Schweregrad der Schlafapnoe, die Zeit mit niedriger Sauerstoffblutsättigung (weniger als 90 %) sowie die mittlere und niedrigste Sauerstoffblutsättigung.

Fortgeschrittenes Alter ist mit einem erhöhten Krebsrisiko assoziiert. Die Studie wies allerdings nach Adjustierung der Daten für Alter, Geschlecht, Body-Mass-Index (BMI), Rauchen und Alkoholkonsum auf einen möglichen Zusammenhang zwischen intermittierender nächtlicher Hypoxie und einer erhöhten Krebsprävalenz hin. Die Assoziation war für Frauen stärker ausgeprägt als Männer.

"Unsere Ergebnisse deuten auf ein um das Zwei- bis Dreifache erhöhtes Krebsrisiko bei Frauen mit ausgeprägter Schlafapnoe hin", erläutert Prof. Grote, außerordentlicher Professor für Lungenmedizin mit Schwerpunkt Schlafmedizin an der Sahlgrenska-Akademie der Universität Göteborg. "Es ist unmöglich zu sagen, welche Ursachen dem Zusammenhang zwischen Schlafapnoe und Krebs zugrunde liegen, aber die Hinweise aus der Studie bedeuten, dass wir uns eingehender damit befassen müssen.“

Die Studie kann also nicht beweisen, dass Schlafstörungen Krebs verursachen, aber es könnte eine Assoziation zwischen beiden geben. Weitere Untersuchungen sind erforderlich, um die Kausalität von Geschlecht, OSA und Krebsinzidenz zu bewerten.

Finanzierung: European Union COST action B26, European Respiratory Society, ResMed and the Philips Respironics Foundation, Bayer AG