Frauen mit höherem Body-Mass-Index haben ein geringeres Risiko für Brustkrebs


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

Kernbotschaften

Frauen mit einem erhöhten Körper-Masse-Index (BMI) haben ein verringertes Risiko, vor der Menopause an Brustkrebs zu erkranken. Am stärksten war diese Assoziation für Frauen zwischen 18 und 24 Jahren.

Hintergrund

Das Mammakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Eine genaue Kenntnis und Quantifizierung der Risikofaktoren kann daher dazu beitragen, die diagnostische Genauigkeit zu verbessern. Ein inverser Zusammenhang zwischen BMI und prämenopausalem Brustkrebsrisiko war bereits in früheren Studien bemerkt worden, die hier vorgelegte Meta-Analyse sollte jedoch aufgrund der hohen Teilnehmerzahl genauere Ergebnisse liefern.

Design

Meta-Analyse mit den auf individueller Ebene gepoolten Daten von 758.592 Frauen im Alter zwischen 18 und 54 Jahren (median 40,6), die an 19 prospektiven Kohortenstudien teilgenommen hatten und median für 9,3 Jahre nachverfolgt wurden. Ermittelt wurde der BMI in den Altersbereichen von 18 – 24, 25 – 34, 35 – 44 und 45 – 54 Jahren, demgegenüber gestellt wurde die Häufigkeit prämenopausaler invasiver oder nicht invasiver (in situ) Karzinome.

Hauptergebnisse

  • Es besteht ein inverses lineares Verhältnis zwischen BMI und Brustkrebsrisiko, und zwar auch für Frauen, die kein Übergewicht haben. Diese Assoziation war für die Altersgruppe von 18 – 24 Jahren ausgeprägter als für Studienteilnehmerinnen zwischen 45 und 54 Jahren. Das Chancenverhältnis HR für jede Zunahme des BMI um 5 kg/m2 betrug in der ersten Gruppe 0,77, und in der zweiten Gruppe 0,88.
  • Für die Altersgruppe von 18 bis 24 Jahren fand sich ein 4,2-facher Risikogradient zwischen der höchsten BMI-Kategorie (≥35) und der niedrigsten (
  • Für Progesteron- und Östrogenrezeptor-positive Mammakarzinome waren die Assoziationen stärker ausgeprägt als für Hormonrezeptor-negative Mamma-CA.

Klinische Bedeutung

Im Vergleich zu früheren Studien wurde hier eine größere Abnahme des Brustkrebsrisikos mit steigendem BMI in allen „Gewichtsklassen“ gezeigt. Allerdings leiten die Autoren daraus nicht den Ratschlag ab, zuzunehmen, um das Brustkrebsrisiko zu reduzieren. Vielmehr sehen sie eine Chance für die Prävention, wenn es gelänge, die den Assoziationen zugrunde liegenden biologischen Mechanismen zu entschlüsseln.

Finanzierung: Breast Cancer Now, United Kingdom National Health Service und zahlreiche weitere öffentliche Einrichtungen.