Fortschritte in der Melanombehandlung verbessern OS bei Patienten mit Hirnmetastasen

  • Brastianos HC & al.
  • JAMA Netw Open
  • 01.07.2020

  • Studien – kurz & knapp
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Die Fortschritte, die zwischen 2007 und 2016 in der Behandlung von Melanomen erzielt wurden, beispielsweise zielgerichtete Wirkstoffe, Immuntherapie und neue Radiotherapie-Techniken, führten laut einer populationsbasierten Kohortenstudie zu einer signifikanten Verbesserung des Gesamtüberlebens bei Patienten mit Melanom und Hirnmetastasen.

Wie die Forscher anmerken, verbesserte sich die 2-Jahres-Überlebenszeit in diesem Zeitraum um: 13,8 % bei Patienten, die von 2013 bis 2016 behandelt wurden, im Vergleich zu 6,4 % bei Patienten, die von 2007–2009 behandelt wurden (angepasstes Hazard-Ratio für den 2-Jahres-Überlebensvergleich: 0,65).

Die Studie umfasste 1.096 Melanom-Patienten aus Ontario, Kanada, die sich wegen Hirnmetastasen zwischen 1. Januar 2007 und 30. Juni 2016 einer Radiotherapie, einer chirurgischen Exzision oder beidem unterzogen hatten.

Während des Studienzeitraums gab es „eine erhebliche Zunahme der Anwendung neuer therapeutischer Wirkstoffe“, merken die Autoren an.

Im anfänglichen Zeitraum von 2007 bis 2009 erhielten nur acht Patienten (2,5 %) BRAF- und MEK-Inhibitoren oder Immuntherapien, verglichen mit 247 Patienten (53,7 %) im Zeitraum von 2013 bis 2016.

Die Studie zeigte auch, dass der Einsatz einer Ganzhirnbestrahlung (WBRT) von 75,5 % im Zeitraum 2007–2009 auf 52,0 % im Zeitraum 2013–2016 zurückging (p 

Gleichzeitig stieg der Prozentsatz der Patienten, die anfänglich eine partielle Hirnbestrahlung erhielten, wie beispielsweise mit stereotaktischer Gamma-Knife-Radiochirurgie, 3-Feld-intensitätsmodulierter Radiotherapie oder volumetrischer modulierter Strahlentherapie, in den jeweiligen Zeiträumen von 3,4 % auf 21,3 % an.

Die Studie wurde am 6. Juli online auf JAMA Network Open veröffentlicht.

Den Forschern zufolge sprechen die Ergebnisse dafür, dass Innovationen in der systemischen Therapie und Radiotherapie in den vergangenen zehn Jahren mit Verbesserungen der klinischen Ergebnisse assoziiert waren.

„Dies sind gute Nachrichten für Menschen mit melanombedingten Hirnmetastasen, einer Patientengruppe mit historisch sehr ungünstiger Prognose“, sagte Hauptautor Timothy Hanna, MD, Ph.D., vom Cancer Research Institute an der Queen's University in Kingston, Ontario, in einem Interview.

Trotz der Fortschritte erhielten im letzteren Zeitraum der Analyse weiterhin mehr als die Hälfte der Patienten mit melanombedingten Hirnmetastasen in der Routinepraxis eine WBRT. Dies könnte mit einer erheblichen Krankheitslast zum Zeitpunkt der ersten Entdeckung der Hirnmetastasen oder der geografischen Zugänglichkeit zu fokalen Hirntherapien zusammenhängen, spekulieren die Autoren.

Darüber hinaus erhielten im Zeitraum 2013–2016 viele Patienten keine zielgerichteten therapeutischen Wirkstoffe oder Immuntherapien.

Die Ergebnisse würden zwar darauf hindeuten, dass die jüngsten Fortschritte in der Behandlung von Menschen mit melanombedingten Hirnmetastasen wichtigen Nutzen bringen, sie würden aber auch unterstreichen „dass die Ergebnisse weiter verbessert werden können, indem die Anwendung dieser neuen Behandlungen optimiert wird“, teilte Hanna Medscape Medical News mit.

Die Studie wurde durch Zuwendungen der Canadian Institutes of Health Research und des Institute for Clinical Estimative Sciences und des Ontario Ministry of Health and Long-Term Care finanziert. Hanna erhielt Zuschüsse von Roche und eine Pilotfinanzierung vom Ontario Institute for Cancer Research außerhalb der eingereichten Arbeit. Wie im Originalartikel angegeben, gab es bei zwei Coautoren Verbindungen zu Pharmaunternehmen.

Der Artikel erschien ursprünglich auf Medscape.com.