Fortschritte durch neue Arzneimittel

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Berlin (pag) – Pharma-Unternehmen haben im abgelaufenen Jahr 31 Medikamente mit neuem Wirkstoff (ohne Biosimilars) in den Markt eingeführt. Damit werden die Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit unterschiedlichsten Krankheiten weiter verbessert, teilt der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) mit.

 

„Mit den neuen Medikamenten kann vielen Patienten besser geholfen werden“, kommentiert vfa-Hauptgeschäftsführerin Birgit Fischer. „Für einige Patienten hat die Pharmaforschung sogar erstmals eine Behandlungsmöglichkeit geschaffen.“ Mit elf Medikamenten richte sich rund ein Drittel der neuen Wirkstoffe gegen verschiedene Krebserkrankungen. Einige seien immunonkologische Medikamente, die das Immunsystem der Patienten zur Tumorbekämpfung aktivieren. Andere Mittel wirkten, indem sie in die Steuerung der Krebszellen eingreifen. „Für Patienten und Ärzte ist es wichtig, dass in der Krebstherapie unterschiedliche Therapieprinzipien verfügbar sind“, betont Fischer.

Zehn weitere Medikamente dienten der Behandlung von Entzündungskrankheiten, unter anderen rheumatoide Arthritis, Asthma und Schuppenflechte. Mit zwei neuen Medikamenten könnten Ärzte nun eine Hepatitis C bei den meisten Patienten binnen acht statt bisher zwölf Wochen ausheilen. Neun Arzneimittel seien Orphan Drugs, also Medikamente gegen seltene Erkrankungen – unter ihnen die ersten Medikamente überhaupt gegen erbliche Demenz im Kindesalter (neuronale Ceroid-Lipofuszinose Typ 2) und gegen das Merkelzell-Karzinom (eine Form von Hautkrebs). 

Ein neues Antibiotikum sei gegen bestimmte multiresistente Bakterien wirksam. Zwei weitere durchliefen gerade das Zulassungsverfahren. Die forschenden Pharma-Unternehmen hätten den Wettlauf gegen die Resistenzbildung aufgenommen, so Fischer. „Doch weitere gemeinsame Anstrengungen von Politik, akademischer und industrieller Forschung sind nötig, damit die Medizin der Resistenzbildung bei Bakterien immer einen Schritt voraus bleibt.“

Fortschritte gebe es außerdem bei bekannten Wirkstoffen in neuer Darreichungsform. So sei ein ursprünglich für die Krebstherapie entwickelter Wirkstoff nun in Tablettenform für die Behandlung von Multipler Sklerose einsetzbar. Zudem hätten bei 36 Medikamenten das Anwendungsgebiet auf Kinder und Jugendliche ausgedehnt werden können, nachdem die entsprechenden klinischen Studien durchgeführt wurden. Zuvor hatten diese Mittel nur eine Zulassung für Erwachsene oder ältere Kinder oder Jugendliche.