Fortgeschrittenes Mammakarzinom: Pembrolizumab+Chemo verlängert OS in KEYNOTE-355

  • Cortes J & al.
  • N Engl J Med

  • Petra Kittner
  • Clinical Summary
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Erkenntnis

  • Die abschließende Analyse der internationalen KEYNOTE-355-Studie zeigt, dass der Immun-Checkpoint-Inhibitor Pembrolizumab in Kombination mit einer Chemotherapie bei einer Untergruppe von Patienten mit fortgeschrittenem triple-negativem Brustkrebs (TNBC) das Gesamtüberleben um 27% verlängert.
  • Alle Patienten in der Untergruppe hatten einen kombinierten positiven Score (CPS) von ≥10. CPS bezieht sich auf die Anzahl der Tumorzellen, Lymphozyten und Makrophagen, die den programmierten Zelltod-Liganden 1 (PD-L1) exprimieren, geteilt durch die Gesamtzahl der lebensfähigen Tumorzellen, multipliziert mit 100. Pembrolizumab ist ein monoklonaler Antikörper, der PD-L1 hemmt.
  • Eine andere Patientenuntergruppe mit einem niedrigeren CPS zeigte keine signifikante OS-Verlängerung durch Pembrolizumab plus Chemotherapie.

Warum das wichtig ist

  • Die Ergebnisse dieser finalen Analyse stimmen mit denen der früheren Zwischenanalyse überein, die ein längeres PFS zeigte (9,7 Monate unter Pembrolizumab+Chemotherapie vs. 5,6 Monate unter Placebo+Chemotherapie).
  • Die Ergebnisse stimmen auch mit denen der IMpassion130-Studie zur Immuntherapie mit Atezolizumab+nanopartikuläres Albumin-gebundenem (nab)-Paclitaxel überein, die bei PD-L1-positiven Tumoren im Vergleich zu PD-L1-negativen Tumoren ein um 33% längeres medianes OS zeigte.

Studiendesign

  • Randomisierte Phase 3-Doppelblindstudie in 29 Ländern (n=847) zum Vergleich von Patienten mit zuvor unbehandeltem fortgeschrittenem TNBC (lokal rezidivierendem, inoperablem oder metastasiertem TNBC), die Pembrolizumab (200 mg alle 3 Wochen) plus eine Chemotherapie nach Wahl des Prüfarztes (nab-Paclitaxel, Paclitaxel oder Gemcitabin-Carboplatin) erhielten, mit Patienten, die Placebo plus Chemotherapie erhielten.
  • Primärer Endpunkt: PFS (zuvor in der Zwischenanalyse berichtet) und OS bei Patienten mit einem CPS von ≥10, einem CPS von >1 und in der Intent-to-Treat-Population.
  • Auch die Sicherheit wurde bewertet.
  • Finanzierung: Merck Sharp and Dohme.

Wesentliche Ergebnisse

  • Mittleres Follow-up: 44,1 Monate.
  • In der Untergruppe mit einem CPS ≥10 betrug das mediane OS 23,0 Monate unter Pembrolizumab+Chemotherapie vs. 16,1 Monate unter Placebo+Chemotherapie (HR 0,73; p=0,0185), was einem Anstieg von 27% entspricht.
  • In der Untergruppe mit einem CPS >1 betrug das mediane OS 17,6 Monate vs. 16,0 Monate bei einer HR von 0,86; nicht signifikanter P-Wert von 0,1125.
  • In der Intent-to-Treat-Population betrug das mediane OS 17,2 Monate vs. 15,5 Monate, bei einer HR von 0,89 (95% KI 0,76-1,05; Signifikanz nicht getestet).
  • Es traten keine neuen Sicherheitssignale auf.
  • In der Gruppe mit Pembrolizumab+Chemotherapie traten zwei Todesfälle (0,4% der Patienten) als unerwünschtes Ereignis auf, in der Gruppe mit Placebo+Chemotherapie dagegen keiner.

Einschränkungen

  • Die Signifikanz wurde nicht in der Intent-to-Treat-Population geprüft.