Forscher finden Autismus-Biomarker im Säuglingsalter


  • Dawn O'Shea
  • Univadis Medical News
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Forscher haben Bildgebungsbiomarker im Säuglingsgehirn identifiziert, die das Risiko zur Entwicklung von Autismus später in der Kindheit vorhersagen können.

Die bahnbrechende prospektive Neuroimaging-Studie mit 106 Säuglingen mit hohem familiärem Risiko für Autismus und 42 Säuglingen mit niedrigem Risiko zeigte, dass eine Hyperexpansion der kortikalen Oberfläche in einem Alter von sechs bis zwölf Monaten einem übermäßigen Wachstum des Hirnvolumens im Alter von 12–24 Monaten bei 15 Säuglingen mit hohem Risiko voranging, bei denen Autismus mit 24 Monaten diagnostiziert wurde.

Die in Nature diesen Monat veröffentlichten Ergebnisse könnten eine präsymptomatische Diagnose einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS) begünstigen, um eine frühere Intervention zu ermöglichen.

„Zum Zeitpunkt der Diagnosestellung einer ASS im Alter von 2 bis 4 Jahren sind Kinder oft bereits Gleichaltrigen gegenüber zurückgeblieben, was soziale Fähigkeiten, Kommunikation und Sprache betrifft“, sagte Annette Estes, Koautorin und Direktorin des University of Washington Autism Center. „Wenn einmal diese Entwicklungsmeilensteine versäumt wurden, ist das Aufholen für viele ein Kampf und für manche fast unmöglich.“

„Der letzte Teil des ersten und das frühe zweite Lebensjahr sind durch größere neurale Plastizität als im späteren Alter gekennzeichnet und es ist eine Zeit, wo die sozialen Defizite von Autismus noch nicht gut ausgeprägt sind. Eine Intervention in diesem Alter könnte sich als wirksamer erweisen als später in der Entwicklung“, merkten die Autoren an.