Fördern Apps für psychische Gesundheit die Medikalisierung normaler psychischer Zustände?


  • Mary Corcoran
  • Univadis Medical News
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Eine neue Analyse von 61 häufig genutzten Anwendungen (Apps) für psychische Gesundheit ergab, diese könnten normale psychische Zustände medikalisieren.

Für die Studie analysierten Forscher Werbematerial für Online-Apps für psychische Gesundheit aus den Vereinigten Staaten, dem Vereinigten Königreich, Kanada und Australien.

Die Autoren beschreiben, dass psychische Gesundheitsprobleme dargestellt wurden, als seien sie bei jedem vorhanden. Es bestand auch eine Tendenz zur Medikalisierung normaler psychischer Zustände mit einem Fokus auf abnorme Reaktionen auf schwache Auslöser statt externer Stressoren. Die Autoren sagten, die Idee einer psychischen Gesundheitsversorgung für jedermann könnte zwar beim Abbau der vorhandenen Stigmatisierung helfen, dass dies aber auf Kosten einer Überdiagnostizierung und Überbehandlung geschehen könnte. Die Apps animierten auch zu häufiger Nutzung und sprachen sich für die persönliche Verantwortung zur Verbesserung aus.

Bei ihrer Vorstellung der Ergebnisse in Annals of Family Medicine wandten die Autoren sich an Gesundheitsfachleute, sie sollten Patienten über ihre App-Verwendung befragen und Gespräche über die durch die Studie hervorgehobenen Botschaften anregen.

„Patienten können davon profitieren, alternative Ansichten darüber zu hören, was normale psychologische Erfahrungen ausmacht, wobei besondere Aufmerksamkeit darauf zu legen ist, einer Medikalisierung entgegenzuwirken. Apps für psychische Gesundheit können überzeugend wirken, aber die Vorstellung, dass eine häufige App-Anwendung für uns alle notwendig oder empfehlenswert ist, sollte nicht zu ernst genommen werden“, sagten sie.