Fleisch, Zigaretten und schlechte Ernährung mit erhöhtem COPD-Risiko assoziiert

  • eClinical Medicine

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Wer gerne Fleisch und Wurst ist, Raucher oder Ex-Raucher ist, und sich auch noch ungesund ernährt, hat ein etwa 6-fach erhöhtes Risiko, an einer COPD zu erkranken. Diese Assoziation gilt vermutlich nicht nur für US-amerikanische Krankenschwestern im mittleren Alter.

Hintergrund

Es wird vermutet, dass der Konsum verarbeiteter Fleischwaren das Risiko für eine chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD) erhöhen könnte. Inwiefern dabei auch die Ernährung und der Zigarettenkonsum eine Rolle spielen, ist weniger gut erforscht.

Design

Auswertung der Nurses´ Health Study II, bei der in den USA in den Jahren 1991 – 2017 die Daten von 87.032 registrierten Krankenschwestern im durchschnittlichen Alter von 36,8 Jahren erfasst wurden. Die dokumentierten Fälle einer COPD-Neuerkrankung wurden den 3 Lebensstil-Faktoren Fleischkonsum, Rauchen und ungesunde Ernährung (definiert gemäß dem Alternative Healthy Eating Index, AHEI-2010) gegenübergestellt.

Ergebnisse

  • Es wurden 634 COPD-Neuerkrankungen erfasst. Nach „sorgfältiger Adjustierung“ für Rauchgewohnheiten und ungesunde Ernährung fanden die Autoren in der statistischen Analyse (multivariabel angepasste Cox-Proportional-Hazards-Modelle) eine positive Assoziation zwischen dem Konsum verarbeiteter Fleischwaren und dem COPD-Risiko.
  • Das Chancenverhältnis HR betrug bei mindestens einer Portion / Woche gegenüber keinem oder fast keinem Fleisch 1,29 mit einem 95%-Konfidenzintervall von 1,00 – 1,65.
  • In der stratifizierten Analyse fand sich ein erhöhtes COPD-Risiko nur unter jenen Fleischesserinnen, die jemals geraucht hatten (HR 1,37; 95%-KI 1,01 – 1,86) und bei Frauen mit einer ungesunden Diät (HR 1,39; 95%-KI 1,04 – 1,85).
  • Trafen alle 3 Risikofaktoren zusammen auf, so fand sich gegenüber keinem Risikofaktor ein HR von 6,32 (95%-KI von 3,67 – 10,87).

Klinische Bedeutung

Rauchen und schlechte Ernährung sind unter Fleischesserinnen per se keine stark ausgeprägten Risikofaktoren für eine COPD; die Konfidenzintervalle bewegen sich am Rande der Signifikanz. Eindeutig wird der Zusammenhang aber, wenn alle 3 Faktoren zusammentreffen. Auch wenn diese Erkenntnisse an einer nicht repräsentativen Population (US-amerikanische Krankenschwestern im mittleren Alter) gewonnen wurden, so sind sie doch im Einklang mit bisherigen Vermutungen und Empfehlungen zu einer gesunden Lebensweise.

Finanzierung: Centers for Disease Control and Prevention und National Institutes of Health.