Fleck-App: Erstmeinung von Hautveränderungen nun per App möglich


  • Dr. Stefanie Reinberger
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaft

Wer eine verdächtige Hautveränderung bei sich entdeckt, muss nicht mehr zwingend sofort einen Termin beim Hautarzt vereinbaren, so das Ergebnis eines Modellprojekts. Statt dessen können Patienten nun Bilder der verdächtigen Hautstelle zur Beurteilung einschicken – per App oder über ein Onlineformular – und erhalten dann eine ärztliche Erstmeinung sowie eine Handlungsempfehlung.

Hintergrund

Auch bei Hautkrebs gilt: Früherkennung ist die beste Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie. Daher sind Patienten gut beraten, regelmäßig die eigene Haut zu begutachten. Doch was, wenn bei der Selbstuntersuchung eine verdächtige Hautveränderung ins Auge fällt? Dann war bislang der Gang zum Hautarzt die einzige sinnvolle Option. Trotzdem kommen Patienten mit ihren Hautveränderungen häufig zu spät zum Arzt. Mit AppDoc, wollen Wissenschaftler und Ärzte aus Heidelberg und Essen nun die Hemmschwelle senken, verdächtige Hautveränderungen abklären zu lassen. Die App steht für Smartphones mit Android und iOS zur Verfügung. Außerdem besteht die Möglichkeit, die Bilder über ein Onlineformular hochzuladen.

Wie es funktioniert

Wer eine verdächtige Hautstelle entdeckt, kann via App oder über die Homepage drei Bilder der verdächtigen Hautstelle zur Ersteinschätzung durch Dermatologen einschicken. Das dauere nach Aussage des Nationalen Centrums für Tumorforschung (NCT) in Heidelberg keine 5 Minuten. Spätestens nach 48 Stunden erhält der Patient eine Einschätzung sowie eine Handlungsempfehlung. Beurteilt werden die eingeschickten Bildern von Hautärzten, die mindestens zehn Jahre Berufserfahrung mitbringen. Den Arztbesuch ersetzt die App allerdings nicht vollständig: Im Falle eines auffälligen Befunds oder wenn sich die Hautstelle allein durch das Foto nicht eindeutig beurteilen lässt, steht ein Termin beim Dermatologen an.

Der Service ist anonym und alle Daten sowie Rückfragen zwischen beurteilendem Arzt und Patient werden gesichert übermittelt. Für die Erstbeurteilung via App bezahlen Patienten derzeit eine Gebühr von 35 Euro. Die Krankenkassen zeigen sich aber laut NTC interessiert an dem neuen Angebot.

Ausblick

Das Modellprojekt ist zunächst auf zwei Jahre ausgelegt. Es wird in dieser Zeit begleitend evaluiert. Künftig soll die App eine Lücke schließen, zwischen selbständiger Internetrecherche und Arztbesuch.