Fingolimod gegen Multiple Sklerose: Auf der Suche nach der optimalen Dosierung

  • JAMA Neurology

  • von Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Auf Anregung der US-amerikanischen Zulassungsbehörde haben Neurologen untersucht, ob Fingolimod auch unterhalb der üblichen Dosierung von 0,5 mg / Tag die Schubrate bei der Multiplen Sklerose senken kann. Im Vergleich zu 20 mg / Tag Glatirameracetat war dies möglich, mit 0,25 mg / Tag gab es jedoch keinen signifikanten Unterschied mehr.

Hintergrund

Fingolimod hat sich als wirksam bei der Therapie der schubförmigen Multiplen Sklerose erwiesen. Während der Entwicklung wurde dieses Präparat allerdings nicht in Dosierungen von weniger als 0,5 mg / Tag getestet. Daher ist unbekannt, ob geringere Mengen ähnlich wirksam sind und möglicherweise weniger Nebenwirkungen hervorrufen. Die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA hat solch eine Evaluation empfohlen, was hier in einer Vergleichsstudie mit Glatirameracetat umgesetzt wurde.

Design

ASSESS (Multiple Sclerosis Study Evaluating Safety and Efficacy of Two Doses of Fingolimod Versus Copaxone) ist eine multizentrische, randomisierte Studie der Phase 3b mit verblindeter Dosierung von 12 Monaten Dauer. Hierarchisch getestet wurden 0,5 mg Fingolimod gegen 20 mg Glatiramer-Acetat, und danach 0,25 mg Fingolimod - ebenfalls gegen 20 mg Glatirameracetat täglich. Teilgenommen haben 1064 Patienten zwischen 18 und 65 Jahren (Durchschnitt 39,6; 74,4 % Frauen) mit mindestens einem Schub im Vorjahr oder zwei Schüben in den 2 Jahren vor Beginn der Studie, und einem Grad der Behinderung von 0 – 6 auf der Expanded Disability Status-Skala (EDSS)

Ergebnisse

  • Beim primären Endpunkt, der Reduktion der annualisierten Schubrate (ARR) ergaben sich folgende relative Reduktionen:
    • 0,5 mg Fingolimod gegenüber Glatirameracetat: 40,7 % (ARR 0,15 versus 0,26),
    • 0,25 mg Fingolimod gegenüber Glatirameracetat: 14,6 % (ARR 0,22 versus 0,26)
  • Der Unterschied war für die höhere Dosierung von Fingolimod signifikant, für die niedrigere nicht.
  • Die Reduktion neuer oder vergrößerter Läsionen in der Bildgebung war mit beiden Dosierungen von Fingolimod signifikant größer als mit Glatirameracetat.
  • Nebenwirkung wurden in allen drei Gruppen ähnlich häufig berichtet.

Klinische Bedeutung

In der Wirksamkeit war Fingolimod 0,5 mg in dieser Praxis-relevanten Vergleichsstudie Glatirameracetat 20 mg überlegen. Das Nutzen-Risiko-Profil sei für 0,5 mg besser als für 0,25 mg, urteilen die Studienautoren.

Finanzierung: Novartis Pharma AG.