Fettarme Ernährung mit besserem Langzeitüberleben bei Brustkrebs assoziiert


  • Dr. Nicola Siegmund-Schultze
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaften

Frauen in der Postmenopause, die sich schon vor der Diagnose eines Mammakarzinoms fettarm ernährt haben und diese Ernährungsform nach der Diagnose beibehalten, haben ein signifkant höheres 10-Jahres-Gesamtüberleben als Frauen ohne fettreduzierte Ernährung.

Hintergrund
Aus früheren, teilweise auch randomisierten Studien ergaben sich Hinweise, dass der Anteil des Nahrungsfettes an der täglich aufgenommenen Energiemenge mit der Sterblichkeit von Frauen mit Mammakarzinom assoziiert ist. Eine Subanalyse aus der Women‘s Health Initiative (WHI), der WHI Dietary Modification (WHI-DM) Studie, hatte zum Ziel, eine potenzielle Assoziation zu quantifizieren.

Design

  • Sekundäranalyse der WHI – Studie mit 48 835 postmenopausalen Frauen ohne Mammakarzinom im Zeitraum 1993-94
  • Randomisierung in eine Diät-Interventionsgruppe Gruppe (n = 19 541; 40 % des Kollektivs) und eine Kontrollgruppe (n = 29 294; 60% des Kollektivs)
  • Diät-Intervention: Fettanteil in der Nahrung sollte nicht höher sein als 20 %
  • Kontrolle: Fettanteil in der Nahrung konnte bis 40 % betragen

Hauptergebnisse
Der Anteil von Nahrungsfett an der Energieaufnahme lag in der Interventionsgruppe bei durchschnittlich 24,3 % und in der Kontrollgruppe bei durchschnittlich 35,1 %. Im Beobachtungszeitraum bis September 2013 gab es 1764 Brustkrebsdiagnosen, davon 671 in der Interventionsgruppe und 1093 in der Kontrollgruppe. Frauen mit Brustkrebsdiagnose waren zum Zeitpunkt des Auftretens der Erkrankung durchschnittlich 67,6 Jahre alt.

Das 10-Jahresüberleben betrug in der Interventionsgruppe 82 % und in der Kontrollgruppe 78 %, (Hazard Ratio für Tod in der Interventionsgruppe: 0,78; p = 0,01). Auch die Brustkrebssterblichkeit war in der Gruppe mit fettreduzierter Ernährung geringer (HR: 0,86).

Klinische Bedeutung
Frauen, die sich vergleichsweise fettarm ernähren, sollten, so die Meinung der Autoren, nach einer Brustkrebsdiagnose diese Ernährungsform beibehalten. Bei Frauen, die 35 % der Nahrungsenergie oder mehr über Fett aufnehmen, sei nach einer Brustkrebsdiagnose eine Ernährungsumstellung zu empfehlen. Eine Selektionsbias lasse sich in diesem Studiensetting nicht ausschließen, so die Forscher. Sie halten es aber auch für wahrscheinlich, dass metabolische Effekte einer fettarmen Ernährung zum Beispiel auf den Estrogenstoffwechsel und auf inflammatorische Regelkreise für das günstigere Outcome bei fettreduzierter Diät  von Bedeutung sind.

Finanzierung: öffentliche Mittel