Fernsehen lässt Dreijährige schlechter schlafen


  • Susanne Kressenstein
  • Medizinische Nachrichten
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Kleinkinder, die fernsehen oder andere elektronische Medien konsumieren, schlafen sehr häufig schlecht. Dabei gilt: Je länger sie vor einer Mattscheibe sitzen umso geringer ist die Schlafqualität. Das ist ein Ergebnis der Ulmer SPATZ-Gesundheitsstudie, einer Geburtskohortenstudie mit mehr als 1.000 Kindern. Dabei haben Epidemiologen erstmals die Auswirkungen von elektronischen Medien und Büchern auf die Schlafqualität auf eine homogene Altersgruppe erforscht. Im Rahmen der Ulmer Studie werden regelmäßig die Gesundheit und Lebensumstände von Kindern erhoben, die 2012 und 2013 in der Ulmer Universitäts-Frauenklinik zur Welt gekommen sind. Dafür füllten die teilnehmenden Eltern zusätzlich Fragebögen zum Medienkonsum und zum Schlafverhalten ihres Nachwuchses aus.

Rund 58 Prozent der zum Erhebungszeitpunkt 530 Dreijährigen sehen täglich bis zu einer Stunde Filme oder Videos. Jedes siebte Kind sitzt sogar über eine Stunde vor einer Mattscheibe. „Wir dokumentieren alarmierende Zusammenhänge zwischen der Nutzung elektronischer Medien und der Schlafqualität von Kindern im Alter von drei Jahren. So geht erhöhter Fernsehkonsum mit einer statistisch signifikanten Verschlechterung von beispielsweise schlafbezogenen Ängsten und Tagesschläfrigkeit einher“, berichten Dr. Jon Genuneit und Prof. Dr. Dietrich Rothenbacher in ihrer soeben publizierten Studie.

Die Beschäftigung mit Büchern, vorgelesen oder von den Kindern selbst angeschaut scheint hingegen Kinder vor dem nächtlichen Erwachen zu schützen. Leider haben vier von zehn Kindern in diesem Alter keinen Kontakt zu Büchern.