Fast keine perinatale HIV-Übertragung mit ART-Einleitung vor der Schwangerschaft
- Univadis
- Clinical Summary
Erkenntnis
- Eine bei HIV-infizierten Frauen vor der Schwangerschaft eingeleitete antiretrovirale Therapie (ART) erzielt in Verbindung mit einer strikt supprimierten Viruslast im Plasma (pVL) der Mutter zeitnah zur Geburt eine perinatale Übertragung (PT) von nahezu null.
Warum das wichtig ist
- Es sollte eine frühzeitige Einleitung einer ART (vor der Empfängnis, während der Schwangerschaft) angeraten werden, es gilt möglicherweise das Prinzip„nicht nachweisbar = nicht übertragbar“ bei Patientinnen im fortpflanzungsfähigen Alter, die mit HIV infiziert sind.
Wesentliche Ergebnisse
- 14.630 Mutter-Säugling-Paare
- ART-Anwendung ab der Empfängnis (43 % der Kohorte; p < 0,001):
- 2000–2005: 28,3 % (1.434/5.067)
- 2006–2010: 46,3 % (2.055/4.441)
- 2011–2017: 65,8 % (3.117/4.738)
- Virussuppression (6.316 Frauen unter ART bei Empfängnis mit verfügbaren pVL-Werten zeitnah zur Geburt): 87 % (5.482/6.316), Rate stieg mit der Zeit stetig an.
- PT-Raten im zetlichen Verlauf (p = 0,007):
- 2000–2005: 0,42 % (6/1.434)
- 2006–2010: 0,10 % (2/2.055)
- 2011–2017: 0,03 % (1/3.117)
- Bei Frauen, die bei der Empfängnis mit einer ART (jegliche Kombination) behandelt wurden, wurde kein PT beobachtet und zeitnah zur Geburt war keine pVL nachweisbar (n = 5.482; 95 %-KI: 0,00–0,07).
- Bei Frauen, die während der Schwangerschaft mit einer ART begannen, war zeitnah zur Entbindung keine pVL nachweisbar: PT: 0,57 % (26/4.596; 95 %-KI: 0,37–0,83), Rate mit Gestationsalter bei ART-Einleitung zunehmend.
- ART während der Schwangerschaft, nachweisbare pVL zeitnah zur Entbindung: PT: 1,08 % (9/834; 95 %-KI: 0,49–2,04)
Studiendesign
- Retrospektive Kohortenanalyse zur Beurteilung der Rate perinataler HIV-Übertragungen bei französischen Frauen mit weit verbreitetem präkonzeptionellen Zugang zu einer ART über 3 Zeiträume: 2000–2005, 2006–2010 und 2011–2017
- Finanzierung: Französische National Agency for Research on AIDS and Viral Hepatitis
Einschränkungen
- Begrenzte Verallgemeinerbarkeit
- Bestimmungszeitpunkt des pVL-Werts
- Fehlende Nachbeobachtungsdaten
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