Extrabudgets für Videosprechstunde

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Berlin (pag) – Apps als Kassenleistung und vom Arzt verschrieben, erleichterte Videosprechstunde sowie Extrabudgets – mit dem Entwurf zum Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den beruflichen Alltag der Leistungserbringer im Gesundheitswesen sowie für Patienten erleichtern.

Apps wie Tagebücher für Diabetiker sollen schneller in die Versorgung kommen, lautet eines der Ziele des Bundesgesundheitsministeriums (BMG). Der Arzt könne diese Gesundheits-Anwendungen auf Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verschreiben. Für Zulassung und Prüfung soll das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte zuständig sein, teilt das BMG mit.

Laut DVG-Entwurf ist der Arzt für die Eintragung der Daten in die elektronische Patientenakte (ePA) zuständig. Für das Verwalten und Anlegen bekomme der Mediziner eine „entsprechende Vergütung“, kündigt Spahn an. Ärztliche Praxisinhaber, die immer noch nicht an der Telematikinfrastruktur (TI) angebunden sind, drohe allerdings ab März 2020 eine Honorarkürzung von 2,5 Prozent – bisher ein Prozent. Mit dem DGV will das BMG allerdings auch Apotheken (bis März 2020) und Krankenhäuser (bis März 2021) zum TI-Anschluss verpflichten.

Außerdem plant das Ministerium, den Zugang zu Videosprechstunden zu erleichtern. Ärzte sollen künftig auf ihrer Internetseite dafür werben können. Eine persönliche oder schriftliche Einwilligung des Patienten sowie Aufklärung des Arztes seien laut Entwurf künftig nicht mehr notwendig, das könne direkt im Telekonsil geklärt werden. Die Videosprechstunde werde außerhalb des Praxisbudgets vergütet.

Spahn appelliert an alle Leistungserbringer im Gesundheitswesen, den digitalen Wandel aktiv zu begleiten. „Der Patient von morgen wird immer noch einen Arzt brauchen“, sagt er und ergänzt: „Er wird aber keinen Arzt ernst nehmen, der nur noch mit Karteikarten arbeitet.“