Expertenmeinung zur Induktionschemotherapie bei lokal fortgeschrittenem Pankreaskrebs

  • Seufferlein T & al.
  • Cancer Treat Rev
  • 29.05.2019

  • von Jim Kling
  • Univadis Clinical Summaries
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Kernaussage

Ein Expertengremium aus Chirurgen, medizinischen Onkologen und gastrointestinalen Onkologen gibt auf der Grundlage aktueller wissenschaftlicher Daten Empfehlungen zur Behandlung von lokal fortgeschrittenem Pankreaskrebs. Im Zentrum steht dabei die Induktionschemotherapie, die eine Chance bieten kann, inoperable Tumoren zu operablen zu konvertieren.

Hintergrund

Die chirurgische Entfernung eines Pankreastumors bietet eine Chance für Heilung. Doch aktuell wird nur bei 1520% der Patienten ein operierbares Pankraskarzinom diagnostiziert. Bei 3040% handelt es sich zum Zeitpunkt der Diagnose um einen nicht metastasierenden, aber inoperablen Tumor. Zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen Pankreaskarzinoms gehört normalerweise eine Chemotherapie, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen, Symptome zu reduzieren und Lebensqualität zu erhalten. Bei einem kleinen Anteil ist die primäre Chemotherapie auch in der Lage, den inoperablen Tumor soweit zu verkleinern, dass er operabel wird. Noch fehlen dazu Daten aus randomisierten Studien, die den Nutzen der Induktionschemotherapie bei lokal fortgeschrittenem Pankreaskrebs bestätigen. Doch eine Phase-II-Studie sowie retrospektive Daten belegen ein verbessertes Überleben sowie hohe R0-Resektionsraten. In der vorliegenden Expertenmeinung widmet sich ein Gremium aus Chirurgen, medizinischen Onkologen und gastrointestinalen Onkologen der Behandlung des lokal fortgeschrittenen Pankreaskarzinoms. Der Fokus liegt dabei auf der Induktionschemotherapie.

Hauptpunkte

  • Einige retrospektive und nicht-randomisierte Studien legen die Wirksamkeit der Induktionschemotherapie bei lokal fortgeschrittenem Pankreaskrebs nahe.

  • Patienten sollten auf Einzelfallbasis für eine Induktionschemotherapie ausgewählt werden. Dabei sollte die Lage des Tumors, die Gefäßbeteiligung, das Niveau des Tumormarkers CA 19-9, Gewichtsverlust sowie biochemische Parameter berücksichtigt werden.

  • Neuere Kombinationsschemata wie nab-Paclitaxel plus Gemcitabin oder FOLFIRINOX kommen für die Induktionschemotherapie in Frage. Es stehen keine prospektiven Daten zur Verfügung, die eine Empfehlung zugunsten einer der beiden Kombinationen rechtfertigen.

  • Röntgenbildgebung ist unzuverlässig, wenn es darum geht, Patientenr eine Operation nach Induktionschemotherapie auszuwählen. Patienten, bei denen die Röntgenbildgebung darauf hindeutet, dass die Erkrankung nicht weiter fortgeschritten ist, kommen für eine explorative Laparotomie in Frage.

  • Die Induktionschemotherapie kann das Risiko für postoperative Komplikationen erhöhen.

  • In Fällen mit R1-Resektionsrate und positiven Lymphknoten können eine adjuvante Chemotherapie sowie eine Radiochemotherapie angeboten werden, falls diese nicht präoperativ durchgeführt wurden. Bei der Wahl der adjuvanten Therapie sollten die Verträglichkeit und das Ansprechen auf die Induktionschemotherapie berücksichtigt werden.