Expertenkonsens zu Diagnostik und Therapie des Hustens veröffentlicht


  • Michael Simm
  • Studien – kurz & knapp
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Kernbotschaft

Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie hat eine neue, für Pneumologen bestimmte, Leitlinie des Evidenzgrades S2k zur Diagnostik und Therapie erwachsener Patienten mit Husten herausgegeben.

Hintergrund & Design

Husten durch virale Infektionen der Atemwege ist weltweit der häufigste Grund für eine ärztliche Konsultation. Leitlinien zum Thema Husten mit dem Evidenzgrad S3 wurden bereits in den Jahren 2004 und 2010 veröffentlicht; nun hat die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie eine S2k-Leitlinie spezifisch für Pneumologen vorgelegt. S2k bedeutet strukturierte Konsensfindung durch ein repräsentatives Gremium. Dies ist die zweitunterste von 4 Klassen in der Einteilung der Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftlich-Medizinischer Fachgesellschaften

Hauptergebnisse

  • Die Leitlinie enthält auf 38 Seiten 48 Empfehlungen und 16 Statements in 9 Kapiteln mit jeweils eigenem Literaturteil, sowie ein Extra-Kapitel zum chronisch ideopathischen Husten.
  • Klassifiziert wird zeitlich nach akut (bis 2 Wochen), subakut ( 2–8 Wochen) und chronisch, für die jeweils eigene Algorithmen entwickelt wurden. Rezidivierend ist ein Husten, wenn er mehrmals im Jahr für bis zu 2 Wochen auftritt.
  • Chronischer Husten erfordert eine Diagnostik mit Röntgenthorax und Lungenfunktionsprüfung.
  • Bei Alarmzeichen wie Atemnot, Hämoptoe, Thoraxschmerz, hohem Fieber, Hinweis auf Pneumonie soll eine sofortige Diagnostik erfolgen, ansonsten auf technische Untersuchungen verzichtet werden.
  • Keine Antibiotika bei ansonsten gesunden Personen mit akutem Husten.
  • Bei Husten unter ACE-Hemmer-Einnahme soll ein Auslassversuch durchgeführt werden.
  • Bei chronischer Rhinosinusitis soll eine Therapie topisch mit nasalen Glukokortikosteroiden, im Einzelfall mit systemischen Glukokortikosteroiden erfolgen.
  • Bei Husten infolge Bronchiektasie kann eine intensive parenterale antibiotische den Husten anhaltend lindern.
  • Husten tritt sehr oft im Zusammenhang mit Sodbrennen auf, wobei Protonenpumpeninhibitoren in Studien nicht besser waren als Placebo.
  • Zentral antitussiv wirkende Opiate sollen bei quälendem Reizhusten in niedriger Dosierung unter Beachtung der Nebenwirkungen verordnet werden.

Finanzierung & Interessenkonflikte: nicht auffindbar.