Expertenkommentar – Krebsschmerzen


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Professor Mike Bennett ist Leiter der Academic Unit of Palliative Care und Professor am St. Gemma's Hospice für Palliativmedizin an der University of Leeds, UK. Er arbeitet als Konsiliararzt am St Gemma's Hospice in Leeds, UK. Seine Forschungsinteressen richten sich hauptsächlich auf die Schmerzbehandlung bei fortgeschrittener Krankheit und die Evaluation von Interventionen am Ende des Lebens. In diesem Expertenkommentar wird ein kürzlicher Review zu personalisierter Medizin bei der Behandlung von Krebsschmerzen diskutiert.1

Dieser wichtige Artikel untersucht die Gründe für die anhaltend hohe Prävalenz von Schmerzen bei Patienten in allen Stadien der Krebserkrankung und gibt wichtige Empfehlungen zur Verbesserung der zukünftigen Versorgung aus. Diese Empfehlungen beruhen auf dem Konzept der personalisierten Medizin.   

Die Autoren verweisen auf die üblichen Barrieren, die eine optimale Schmerzbehandlung verhindern und erläutern dies anhand von überzeugender Evidenz, die diese Barrieren deutlich macht. Dazu zählen Patienten, die sich scheuen, mit Ärzten über ihre Schmerzen zu sprechen, fehlende Durchführung routinemäßiger Maßnahmen zur Schmerzbeurteilung durch das medizinische Personal, begrenztes Wissen hinsichtlich der Beurteilung einer Untertherapierung, Beschränkungen in der pharmakologischen Behandlung, besonders in Zusammenhang mit neuropathischen Schmerzen und der mangelhafte Einsatz evidenzbasierter, nichtpharmakologischer Behandlungsstrategien.

All diese Aspekte zusammen erscheinen eine unüberwindliche Liste von Problemen zu sein. Doch dieser Artikel liefert Einsichten darüber, wie die Schmerzerfahrung von Krebspatienten, trotz fehlender neuer pharmakologischer Wirkstoffe, verbessert werden kann. Der Artikel empfiehlt:

  1. Proaktives Fragen zu Schmerzen und Schmerzbeurteilung anhand von Messinstrumenten durch die Ärzte
  2. die Entwicklung eines optimalen Instruments zur Messung während der Behandlung
  3. Schulungsmaßnahmen zur Kompetenzverbesserung der Schmerzbehandlung von Mitarbeitern im Gesundheitssystem
  4. die Entwicklung einer effektiveren und personalisierten pharmakologischen und nichtpharmakologischen Schmerzbehandlung.

Diese Empfehlungen stimmen mit zwei anderen, kürzlich veröffentlichten Artikeln überein.2,3 Der erste klärt über die Taxonomie der neuen International Classification of Diseases (ICD-11) für Schmerzen in Zusammenhang mit einer Krebserkrankung im Namen der Weltgesundheitsorganisation auf. Damit wird ein standardisiertes Klassifikationssystem für Ärzte und Gesundheitsorganisationen bereitgestellt, was zu mehr routinemäßigen Beurteilungen von Krebsschmerzen und damit auch zu individuelleren Behandlungsstrategien führen wird. Der zweite Artikel erläutert die Standards für das Management krebsbezogener Schmerzen im Namen des Europäischen Schmerzkongresses (EFIC). Die 10 Standards überschneiden sich exakt mit den vier Empfehlungen aus dem Artikel von van den Beuken-van Everdingen und Kollegen, und unterstreichen die Notwendigkeit für eine bessere Beurteilung und Unterstützung der Patienten aller Krebsstadien, die an Schmerzen leiden.