European Society of Medical Oncology gibt klinische Leitlinien für erbliche gastrointestinale Krebserkrankungen heraus

  • Stjepanovic N & al.
  • Ann Oncol
  • 05.08.2019

  • von Miriam Davis, PhD
  • Studien – kurz & knapp
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Erkenntnis

  • Die European Society of Medical Oncology (ESMO) hat eine neue Leitlinie für die klinische Praxis zur Prävention, Diagnose, Behandlung und Verlaufskontrolle von mindestens vier hereditären gastrointestinalen (GI) Krebsarten herausgegeben.

Warum das wichtig ist

  • Durch Gentests und prophylaktische Operationen kann mehreren erblichen GI-Krebsarten vorgebeugt werden.

Studiendesign

  • Literaturrecherche mit spezifischen Empfehlungen unter Verwendung der Evidenzstufe durch den für Leitlinien zuständigen Ausschuss der ESMO.
  • Finanzierung: Keine.

Wesentliche Empfehlungen

Hereditäres nichtpolypöses kolorektales Karzinom (Lynch-Syndrom):

  • Patienten mit einem kolorektalen Karzinom (CRC) sollten ihren Tumor auf Fehlpaarungsreparaturproteine und/oder Mikrosatelliteninstabilität untersuchen lassen.
  • Eine Koloskopie sollte bei Mutationsträgern alle ein bis zwei Jahre durchgeführt werden.
  • Eine prophylaktische Hysterektomie und/oder eine beidseitige Salpingo-Oophorektomie sollte bei weiblichen Trägerinnen in Betracht gezogen werden, die keinen Kinderwunsch mehr haben.

Hereditäre Kolorektalkarzinom-Syndrome mit Polyposis:

  • Das Vorhandensein von mehreren kolorektalen Adenomen (> 10) sollte Gentests der Keimbahn nach sich ziehen.
  • Familien mit klassischer familiärer adenomatöser Polypose (FAP) sollten sich ab einem Alter von 12–15 Jahren alle ein bis zwei Jahre einer Sigmoidoskopie unterziehen.

Hereditäres diffuses Magenkarzinom:

  • Familien, die klinische Kriterien erfüllen, sollten auf CDH1 untersucht werden.
  • Eine prophylaktische Gastrektomie wird bei Trägern ebenso empfohlen wie eine jährliche MRT der Brust bei Frauen ab einem Alter von 30 Jahren.

Hereditäres Pankreaskarzinom:

  • Patienten mit Pankreaskrebs sollten ein Multigen-Krebs-Panel durchführen lassen.
  • Eine Überwachung wird für Patienten mit etlichen Fällen von PC in der Familie oder mit einer Mutation mit entsprechender Anfälligkeit und Fällen von PC im engen Familienkreis empfohlen.