Europa geht es für Digitalisierung noch zu gut

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Berlin (pag) – Mit der Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung holpert es in Europa noch gewaltig –im Unterschied zu den USA und Asien. Woran das liegt? „Hierzulande geht es uns noch zu gut“, ist Dr. Frank Wartenberg vom Datenanalyst IQVIA überzeugt.

In Asien seien die Leute daran interessiert, „die wollen die Technologie“, sagt Wartenberg bei einer Tagung des Handelsblatts. „Und in den USA brauchen sie die Technologie.“ Dort könne es sich der Arzt nicht mehr erlauben, eine Fehlbehandlung zu machen. Er sei gezwungen, den besten Standard zu machen, auf die Daten zurückzugreifen und Evidenz für die Behandlung zu generieren, weil sonst die liability (englisch für Haftung, Anmerkung der Redaktion) so hoch sei. Kurzum: Die Leistungserbringer seien durch die hohe liablility bei Fehlbehandlungen bedroht und müssten daher die beste Behandlung für den Patienten sicherstellen, twittert der IQVIA-Präsident für Zentraleuropa nach seinem Vortrag. Insofern sei das juristische System ein Treiber der Digitalisierung in den USA. „Nur in Europa sitzen wir auf dem Datenschutz und einer relativ guten ökonomischen Plattform“ – beides identifiziert er als Hindernisse. Wartenberg glaubt übrigens daran, dass mit der Digitalisierung auch eine Verlagerung der Entscheidungsraft einhergeht – weg von den Ärzten hin zu Data Keepern und Tech Companys.