EU-Kommission: Fünf-Stufen-Plan gegen Mutationen

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Brüssel (pag) – Impfstoffmangel in Europa, intransparente Verträge mit Pharmakonzernen – die EU-Kommission machte zuletzt in Bezug auf ihr Covid-19-Management negative Schlagzeilen. Aktuell verbreiten sich die Mutationen des Coronavirus auf dem Kontinent, die Kommission möchte dem mit einem Fünf-Punkte-Plan Einhalt gebieten.

Ziel der öffentlich-privaten Zusammenarbeit mit dem Namen Hera Incubator ist es, ausreichend Impfstoffe zur Verfügung zu haben, die flexibel an die aktuellen und zukünftige Varianten angepasst werden können. „Wir müssen und wir werden die Impfungen beschleunigen“, betont Kommissionschefin Ursula von der Leyen gleich zu Beginn der Pressekonferenz. Man habe aus den Fehlern der ersten Runde gelernt: „Wir wissen, was gut funktioniert, und wir wissen, wo es Verzögerungen gibt, Unterbrechungen und Engpässe.“

Um neue Varianten schneller feststellen zu können, soll im ersten Schritt die Genom-Sequenzierung ausgebaut werden. Mindestens fünf Prozent der positiven Coronatests sollen dahingehend analysiert werden. Die Wissenschaft müsse zweitens, wenn nötig, die bestehenden Vakzine anpassen. Drittens soll ein europäisches Netzwerk für klinische Prüfungen namens Vaccelerate gegründet werden, in dem sich Wissenschaft, Industrie und Behörden vernetzen sollen, „um Daten auszutauschen und schrittweise auch Kinder und junge Erwachsene in klinische Prüfungen einzubeziehen“, wie es in der Mitteilung heißt. Außerdem soll die Europäische Arzneimittelagentur beschleunigte Regulierungsprozesse zur Aktualisierung und Herstellung von Impfstoffen durchführen.

Schließlich soll die Massenproduktion von Vakzinen erhöht werden. „Wir müssen sichergehen, dass wir kurz- und langfristig in Europa über ausreichende Produktionskapazitäten verfügen“, sagt von der Leyen. Die Kommission will 150 Millionen Euro zur Erforschung der Virusvarianten zur Verfügung stellen, weitere 75 Millionen Euro sollen in die Genom-Sequenzierung fließen. Hera Incubator soll auch als „Blaupause für die langfristige Vorsorge der EU für Gesundheitsnotstände“ dienen. Die Abkürzung Hera steht für Health Emergency Response Authority und ist der Name einer zukünftigen EU-Behörde.