ESTRO 2019 – Sarkopenie kann die Ergebnisse der radiotherapeutischen Behandlung von Patienten mit einem Kopf-Hals-Karzinom wesentlich beeinträchtigen


  • Cristina Ferrario — Agenzia Zoe
  • Univadis
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Erkenntnis

  • Bei Patienten mit einem Plattenepithelkarzinom im Kopf-Hals-Bereich (HNSCC), die primär mit Radiotherapie (RT) behandelt werden, wird Sarkopenie besonders bei einer Erkrankung im Stadium III–IV und einem Performance Score gemäß WHO (WHO-PS) von 1–3 mit schlechterem Gesamtüberleben (OS) und krankheitsfreiem Überleben (DFS) assoziiert.
  • Sarkopenie ist zudem mit RT-induzierter Toxizität gemäß ärztlicher Beurteilung assoziiert.

Warum das wichtig ist

  • Sarkopenie erweist sich als ungünstiger Prognosefaktor für Krebspatienten, der das Risiko schlechter Überlebenschancen, postoperativer Infektionen und längerer Krankenhausaufenthalte erhöht.
  • Sarkopenie kann in der klinischen Praxis leicht erkannt werden.

Studiendesign

  • 750 Patienten (mittleres Alter: 63 Jahre; 75 % Männer) mit einem HNSCC, die einer definitiven RT mit oder ohne systemische Behandlung unterzogen wurden, wurden in die retrospektive Analyse von prospektiv erfassten Daten aufgenommen.
  • Das Ziel der Studie war die Beurteilung der Auswirkungen von Sarkopenie auf die Behandlungsergebnisse und Nebenwirkungen bei Patienten mit einem Kopf-Hals-Karzinom unter einer Behandlung mit definitiver RT (Endpunkte: OS, DFS und spätere RT-induzierte Toxizität).

Wesentliche Ergebnisse

  • Sarkopenie wurde als Skelettmuskelindex von 2/m2 bei Männern und 2/m2 bei Frauen definiert.
  • In der Überlebensanalyse betrug das OS nach drei Jahren bei Patienten mit Sarkopenie 53 Prozent und bei Patienten ohne Sarkopenie 73 Prozent (p 
  • Das DFS nach drei Jahren lag bei 59 bzw. 76 Prozent (p 
  • In der nach Krankheitsstadium und WHO-PS stratifizierten Analyse wies Sarkopenie nur bei Patienten mit lokal fortgeschrittener Erkrankung (Stadium III–IV) und einem WHO-PS von > 0 einen signifikanten Zusammenhang mit dem OS auf.
  • Die multivariate Analyse ergab, dass Sarkopenie ein unabhängiger ungünstiger Prognosefaktor bezüglich OS und DFS ist, dessen prognostischer Wert mit WHO-PS, Tumorstadium und Ort des Primärtumors vergleichbar ist.
  • Sarkopenie wurde in der univariaten, aufgrund von Störfaktoren jedoch nicht in der multivariaten Analyse sechs und zwölf Monate nach der Behandlung mit stärkerer strahleninduzierter Xerostomie und Dysphagie assoziiert.