ESTRO 2019 – Radiotherapie nach einem operativen Eingriff bei Brustkrebs senkt das Risiko eines Rezidivs der Erkrankung langfristig


  • Cristina Ferrario — Agenzia Zoe
  • Univadis
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Erkenntnis

  • Im Vergleich zu einer reinen Antihormontherapie (AHT) verbessert eine Ganzbrustbestrahlung (GBB) das lokale rezidivfreie sowie das krankheitsfreie Überleben bei Patientinnen nach den Wechseljahren mit risikoarmem, hormongesteuertem Brustkrebs auf lange Frist (10 Jahre) wesentlich.
  • Die Unterlassung einer Radiotherapie (RT) ist in dieser Population ein unabhängiger Risikofaktor für ein lokales Rezidiv.

Warum das wichtig ist

  • Eine Verbesserung der Tumorkontrolle am Primärherd könnte sich in bessere Überlebenschancen in späteren Jahren niederschlagen.

Studiendesign

  • 869 Frauen nach den Wechseljahren mit risikoarmem Brustkrebs in einem frühen Stadium wurden in die Studie 8A der Austrian Breast and Colorectal Cancer Study Group (ABCSG) aufgenommen und randomisiert, wobei sie nach einer brusterhaltenden Operation eine AHT mit oder ohne RT erhielten.
  • Der klinische Endpunkt umfasste das Gesamtüberleben (OS) sowie das Überleben ohne lokale Rezidive (LRFS), regionale Rezidive (RRFS), Fernmetastasen (DMFS), Krankheit (DFS) und Rezidive (RFS).
  • Finanzierung: AstraZeneca.

Wesentliche Ergebnisse

  • Das LRFS nach 10 Jahren war bei Frauen, die einer GBB unterzogen wurden (RT-Gruppe), wesentlich höher als bei Frauen, bei denen dies nicht vorgenommen wurde (Gruppe ohne RT) (97,5 % gegenüber 92,5 %; Log-Rank p = 0,0004).
  • Die DFS-Rate war in der RT-Gruppe wesentlich höher als in der Gruppe ohne RT (94,5 % gegenüber 88,4 %; HR: 0,56; Log-Rank p = 0,0156).
  • Eine Bestrahlung führte in der Untergruppe von Frauen, bei denen nur die Wächterlymphknoten entfernt wurden, zu einer Senkung des Rezidivrisikos um 75 Prozent (HR: 0,25; Log-Rank p = 0,0074).
  • Patientinnen mit hohem Risiko (aufgrund von Ki-67- und HER2-Status) wiesen kein höheres Risiko für lokale Rezidive auf, aber weitere Daten dazu stehen noch aus.
  • In Bezug auf RRFS, DMFS und OS wurden keine signifikanten Unterschiede beobachtet.

Expertenkommentar

„Diese neuen Ergebnisse können Frauen und Ärzten dabei helfen, die beste Behandlung gegen Brustkrebs auszuwählen. Wir dürfen nicht vergessen, dass es mittlerweile auch andere Möglichkeiten mit Radiotherapie im Brustbereich gibt, die weniger toxisch und zeitaufwändig sind als eine GBB.“ Umberto Ricardi, ESTRO-Präsident, Leiter der Onkologie-Abteilung an der Universität Turin, Italien.