ESTRO 2019 – Protonentherapie bietet die beste Hoffnung auf Erhaltung der kognitiven Funktionen von Kindern


  • Elena Riboldi — Agenzia Zoe
  • Univadis
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Erkenntnis

  • Ein Vergleich modellierter Gedächtnisfunktionen nach einer Radiotherapie deutet darauf hin, dass eine Protonentherapie mit Pencil Beam Scanning (PBS) in Bezug auf die Schonung des Temporallappens von Kindern mit einem Kraniopharyngeom gegenüber der Volumetric Modulated Arc Therapy (VMAT) und der Protonentherapie mit Double Scattering (DSPT) überlegen ist.

Warum das wichtig ist

  • Radiotherapie wird bei pädiatrischen Patienten mit einem Hirntumor mit neurokognitiven Beeinträchtigungen assoziiert.
  • Die Entwicklung von Strategien zur Schonung von kognitiven Funktionen ist ein ungedeckter medizinischer Bedarf.

Studiendesign

  • VMAT-, DSPT- und PBS-Pläne wurden für zehn Kinder mit einem Kraniopharyngeom erstellt.
  • Hirnstrukturen mit einem potenziellen Zusammenhang mit der Kognition wurden nach dem Behandlungsplanungsverfahren festgehalten.
  • Die Fraktionen der kognitiven Strukturen, die unterschiedlichen Dosen ausgesetzt wurden (von 10 bis 50 Gy), wurden beurteilt.
  • Die Gedächtnisfunktion nach der Radiotherapie wurde anhand von zwei publizierten Modellen (Blomstrand et al. / Armstrong et al. sowie Zureick et al.) eingeschätzt.

Wesentliche Ergebnisse

  • Die Strahlendosis am Temporallappen war mit der PBS-Modalität wesentlich geringer als mit der DSPT- und der VMAT-Modalität.
  • Die modellierte Gedächtnisfunktion konnte mit der PBS-Modalität erhalten werden.

Einschränkungen

  • Klinische Daten werden benötigt.

Finanzierung

  • Universität Aarhus, Dänische Krebsgesellschaft, Dänischer Krebsforschungsfonds.

Expertenkommentar

„Das Ziel einer Radiotherapie ist die wirkungsvolle Behandlung einer Krebserkrankung, während im Rest des Körpers so wenig Schaden wie möglich angerichtet wird. Dieses Ziel ist nirgends wichtiger als bei der Behandlung des Hirns von Kindern. Die Protonentherapie wird bereits in einigen Krankenhäusern zur Behandlung von Gehirntumoren bei Kindern angewendet, doch diese Studie bietet Hinweise auf ihre möglichen Vorteile im Hinblick auf die Erhaltung von kognitiven Funktionen und auf die Lebensqualität. Wir hoffen, dass dieser wichtige Bereich durch diese Arbeit weiter erforscht wird.“ Prof. Umberto Ricardi, Leiter der Onkologie-Abteilung an der Universität Turin in Italien und Präsident von ESTRO.