ESTRO 2019 – Lokal fortgeschrittenes NSCLC: Reduzierung der PTV-Ränder und der Strahlendosis auf betroffene Lymphknoten ist sicher


  • Cristina Ferrario — Agenzia Zoe
  • Univadis
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Erkenntnis

  • Bei Patienten mit einem lokal fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (LF-NSCLC), die sich einer (Chemo-)Radiotherapie unterziehen, senkt eine Reduzierung der PTV-Ränder (geplantes Zielvolumen) sowie der verschriebenen Dosis einer inhomogenen Radiotherapie auf den Primärtumor und die Lymphknoten (mit einer geringeren Dosis für betroffene Lymphknoten) die Toxizität wesentlich, führt dabei aber nicht zu einem Anstieg des regionalen Therapieversagens und verbessert das Gesamtüberleben (OS).

Warum das wichtig ist

  • Patienten mit einem LF-NSCLC verzeichnen Toxizitäten in Speiseröhre und Lunge, besonders wenn sie einer gleichzeitigen Radiochemotherapie unterzogen werden.

Studiendesign

  • Zwei Kohorten von Patienten mit einem LF-NSCLC wurden in diese Beobachtungsstudie aufgenommen, und ihr Primärtumor wurde mit einer hypofraktionierten Radiotherapie (24-mal 2,75 Gy) behandelt.
  • Bei der Referenzkohorte (n = 170) wurde ein Dosisschema von 24-mal 2,75 Gy (EQD2 = 70 Gy (α/β = 10)) bei den betroffenen Lymphknoten angewendet.
  • Bei der Kohorte mit reduzierter Dosis (n = 138) wurden die betroffenen Lymphknoten mit einer Dosis von 24-mal 2,42 Gy (EQD2 = 60 Gy (α/β = 10)) behandelt. Eine Reduzierung der PTV-Ränder wurde ebenfalls vorgenommen.
  • Das Ziel der Studie war eine Auswertung und ein Vergleich der regionalen Kontrolle sowie der Raten akuter und später auftretender Toxizitäten nach einer Reduzierung der Dosis und der PTV-Ränder.
  • Der Einfluss von Merkmalen der Patienten, Tumoren und Behandlungen auf den Zusammenhang zwischen Behandlungsanpassungen und Ergebnissen wurde ebenfalls ausgewertet.

Wesentliche Ergebnisse

  • Die Patienten- und Tumormerkmale waren in beiden Kohorten ähnlich.
  • Die Strahlendosis für gefährdete Organe (Speiseröhre, Lunge, Herz, Rückenmark) war in der Kohorte mit reduzierter Dosis wesentlich tiefer.
  • Die Rate des regionalen Therapieversagens nach zwei Jahren war in der Kohorte mit reduzierter Dosis nicht signifikant geringer (16,4 % gegenüber 9,2 %; p = 0,415).
  • Eine signifikante Verbesserung des OS wurde in der Kohorte mit reduzierter Dosis beobachtet (mittleres OS: 26 bzw. 35 Monate; p = 0,006).
  • Akute Toxizitäten mit Schweregrad 2 und 3 unterschieden sich zwischen den beiden Kohorten stark und traten in der Kohorte mit reduzierter Dosis weniger häufig auf.
  • Die Reduzierung der Dosis führte auch zu einer nicht signifikant geringeren später auftretenden Toxizität (Schweregrad ≥ 3).
  • Der Zusammenhang zwischen der Reduzierung der Dosis und dem OS wurde durch die mittlere an die Lunge abgegebene Dosis erheblich beeinflusst.