ESMO 2022 – Neue Tools und Nachhaltigkeit stehen im Mittelpunkt des Programms der ESMO 2022

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Nach zwei Jahren durch die COVID-19-Pandemie bedingter virtueller Meetings wird die ESMO-Jahreskonferenz wieder vor Ort abgehalten, vom 9. bis 13. September 2022 in Paris, Frankreich (sie ist jedoch auch online verfügbar).

Der Einsatz molekularer und digitaler Tools gewinnt in der Onkologie weiter an Dynamik. „Daten zu Medikamenten müssen mit in die Präzisionsmedizin, in Biomarker-Assays, in digitale Tools und in die künstliche Intelligenz eingebunden werden“, sagte Fabrice André vom Institute Gustave-Roussy, Villejeuf, Frankreich, der das wissenschaftliche Programm des ESMO-Kongresses 2022 präsentierte.

Rund 2.000 Abstracts werden sich mit in der Entwicklung befindenden Therapeutika, KI-gesteuerten Tools, der Flüssigbiopsie und der CAR-T-Zell-Therapie bei soliden Tumoren auseinandersetzen. Auch die Nachhaltigkeit in der Onkologie wird im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen.

ESMO-Präsident Solange Peters machte auf die von der ESMO entwickelten Ressourcen aufmerksam, darunter Tools für die klinische Praxis, wie die ESMO Magnitude of Clinical Benefit Scale (ESMO-MCBS) und die ESMO Scale for Clinical Actionability of Molecular Targets (ESCAT). „Die ESMO ist bestrebt, die Gesamtauswirkungen von Krebs auf die Ressourcen des Gesundheitswesens zu minimieren, indem sie ein konkretes Engagement für die Prävention und die Krebsvorsorge durchsetzt“, sagte Peters.

Die ESMO entwickelte und erprobte das National Cancer Control Priority Setting and Costing Tool der WHO-IARC, das 2023 eingeführt werden wird. Das Instrument wird Regierungen dabei helfen, ihre nationalen Krebsbekämpfungspläne, die das Rückgrat der Krebsversorgung bilden und weltweit durch die COVID-19-Pandemie beeinträchtigt sind, zu erweitern.

Unter den Abstracts, die während der Kongresstage präsentiert werden, sind einige von besonderer Relevanz:

  • Der neu entdeckte Wirkmechanismus des durch Luftverschmutzung ausgelösten nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms ebnet den Weg für neue potenzielle Ansätze zur Prävention und Behandlung von Lungenkrebs.
  • Das Screening auf mehrere Krebsarten gleichzeitig mithilfe eines Bluttests, der die Früherkennung von zuvor schwer zu identifizierenden Krebsarten ermöglicht (PATHFINDER, DeFi).
  • Behandlung der richtigen Zielgruppe mit den richtigen Medikamenten: wie wichtig es ist, strenge randomisierte kontrollierte Phase-3-Studien zu seltenen Krebsarten zu konzipieren, um die Ergebnisse und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.
  • Ergebnisse von Phase-III-Studien zur Immuntherapie des
    • fortgeschrittenen Melanoms (M14TIL),
    • lokalisierten Nierenzellkarzinoms (CheckMate914) sowie des zuvor unbehandelten fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms (COSMIC-313),
    • lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Urothelkarzinoms (EV-103 Kohorte K),
    • lokal fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinom im Kopf-Hals-Bereich (KEYNOTE-412),
    • nicht für eine Platin-basierte Chemotherapie geeigneten nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms und des
    • epithelialen Ovarialkarzinoms (ATALANTE/ov29).