ESMO: Management von Diagnose und Behandlung bei Lungenkrebs in der COVID-19-Ära

  • Passaro A & al.
  • ESMO Open
  • 01.06.2020

  • von Kelli Whitlock Burton
  • Studien – kurz & knapp
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Erkenntnis

  • Die Europäische Gesellschaft für Medizinische Onkologie (ESMO) hat bestehende Leitlinien für die Diagnose, Behandlung und Nachsorge von Patienten mit Lungenkrebs angepasst, um die Patientenversorgung während der COVID-19-Pandemie zu unterstützen.
  • Die angepassten Richtlinien minimieren die Krankenhausbesuche und legen für alle Stadien der Versorgung Stufen mit hoher, mittlerer und niedriger Priorität fest, mit spezifischen Richtlinien in Bezug auf NSCLC und SCLC.

Warum das wichtig ist

  • Diese Ressource wird für Kliniker hilfreich sein, die versuchen, das Sterblichkeitsrisiko durch undiagnostizierten und unbehandelten Lungenkrebs mit dem erhöhten Risiko für COVID-19 bei Krebspatienten in Einklang zu bringen.

Wesentliche Änderungen gegenüber der derzeitigen Praxis

  • Alle ambulanten Besuche sollten auf Telemedizin umgestellt werden, außer bei bestehenden Patienten mit Krankheitssymptomen und Patienten mit Verdacht auf Lungenkrebs.
  • Die Bildgebung sollte zurückgestellt werden, außer bei Nachuntersuchungen innerhalb der ersten 6 Monate der Behandlung, Verdacht auf ein Fortschreiten der Krankheit, Verdacht auf neue bösartige Tumoren oder bei Auswertungen im Rahmen klinischer Studien.
  • Eine Operation sollte aufgeschoben werden, es sei denn, dies würde die Prognose verschlechtern oder es sind palliative chirurgische Eingriffe zur Verbesserung der Lebensqualität erforderlich.
  • Eine adjuvante Chemotherapie sollte bei gebrechlichen, älteren Patienten mit bedeutenden Komorbiditäten überdacht werden.
  • Bei jeder platinbasierten Chemotherapie sollten Granulozyten-Wachstumsfaktoren eingesetzt werden, um das Risiko einer Krankenhauseinweisung aufgrund einer Neutropenie zu verringern.
  • Die Durvalumab-Infusion sollte bei lokal fortgeschrittenem NSCLC alle 4 Wochen statt alle 2 Wochen angeboten werden.
  • Die prophylaktische kraniale Bestrahlung bei SCLC im ausgedehnten Stadium nach Chemotherapie sollte durch eine aktive MRT-Überwachung ersetzt werden.