ESMO-IO 2019 — Optionen zur Immuntherapie beim Glioblastom: praktische Aspekte und zukünftige Optionen


  • Carolina Rojido
  • Univadis
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Erkenntnis

  • Glioblastom(GBM)-Tumoren, die auf Checkpoint-Modulatoren (CPM) ansprechen, wurden nicht mit Steroiden behandelt und haben hypermutierende Eigenschaften.
  • Peptid-Impfstoffe befinden sich noch in der Entwicklung.                                                 

Warum das wichtig ist

  • Die Verschreibung von Kortikosteroiden wirkt sich auf die CPM-Wirksamkeit aus.
  • Ein mit Temozolomid (TMZ) behandeltes GBM kann hypermutieren und besser auf CPM ansprechen.

Hindernisse für Immuntherapie bei hochgradigen Gliomen sind begründet in:

  • der Heterogenität des Tumors
  • der Präsentation von herunterreguliertem MHC-Peptid-Komplex
  • durch GBM gebildeten immunsuppressiven Substanzen
  • der immunsuppressiven Mikroumgebung des Tumors
  • der potenziellen schwerwiegenden Toxizität

Tumoren, die auf CPM ansprechen können:

  • wurden noch nicht mit Steroiden behandelt (deren immunsuppressive Wirkung behindert die CPM-Wirksamkeit)
  • sind hypermutierend (eine immunologisch reaktivere Mikroumgebung)
    • de novo (POLE-Mutationen)
    • Aufgrund von Mutationen, die durch alkylierende Wirkstoffe, etwa TMZ, verursacht wurden, erlitten 17 % der mit GBM behandelten Patienten ein Rezidiv mit hypermutierten Tumoren, während nicht mit TMZ behandelte Patienten keine Hypermutationen aufweisen.

In Zukunft könnten gegen Gliom gerichtete personalisierte Impfstoffe nützlich sein, da GBM:

  • wenige Mutationen und anvisierbare Neo-Epitope („kalte“ Tumoren) hat
  • Außer bei hypermutiertem GBM wirkt die Checkpoint-Blockade nur unzureichend.

Impfstoffe könnten daher das vollständige Repertoire von Antigenen auszunutzen:

  • mutiert (Neo-Epitope)
  • nicht mutiert (bei Gliom überexprimiert)

Studien der Phase I/II fanden heraus, dass Peptid-Impfstoffe:

  • insgesamt sicher und immunogen sind
  • das gesamte Antigen-Repertoire nutzen und damit eine breitere Immunantwort erreichen könnten
  • sich noch nicht ausreichend in verbesserte Überlebensergebnisse umrechnen lassen

Gegenwärtig gibt es viele Studien, in denen Formulierungen, Behandlungsschemata und Kombinationen mit Impfstoffen untersucht werden.