ESMO-IO 2019 — Neue Immuntherapie-Kombination zur neoadjuvanten Behandlung eines frühen kolorektalen Karzinoms


  • Carolina Rojido
  • Univadis
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Erkenntnis

  • Eine früher verabreichte Immuntherapie ist bei Kolonkarzinom besser.

Warum das wichtig ist

  • Hier handelt es sich um die erste Studie zur Beurteilung der Sicherheit und Wirksamkeit einer kombinierten Immuntherapie bei Kolonkarzinom im Frühstadium.

Wesentliche Ergebnisse

  • Sicherheit:
    • Behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse (UE) waren meist von Grad 1 oder 2 (58 %). Nur wenige UE waren von Grad 3 oder 4 (12 %).
    • Die mediane Dauer von der ersten Dosis bis zum operativen Eingriff betrug 32 Tage.
    • Es gab keine Behandlungsverzögerungen. Alle Operationen wurden innerhalb von 6 Wochen durchgeführt.
  • Prozentuales Ansprechen des Tumors:
    • 100 % der MMR-defizienten Tumoren wiesen ein beeindruckendes Ansprechen auf eine kurze präoperative Behandlung auf.
    • 27 % der Tumoren mit MMR-Status wiesen ein signifikantes Ansprechen auf, auch bei Anzeichen einer Immunaktivierung, unabhängig vom Ansprechen.
  • Die endgültigen Ergebnisse sind noch ausstehend.

Studiendesign

  • In dieser Phase-II-Studie ohne vergleichende Verfahren erhielten 40 Patienten mit nichtmetastatischem Adenokarzinom des Kolons 1 mg/kg Ipilimumab an Tag 1 plus 3 mg/kg Nivolumab an Tag 1 und 15.
  • Biopsien wurden auf Mikrosatelliteninstabilität (MSI)/Mismatch-Reparatur (MMR) getestet: In der Gruppe mit MMR-Defizienz waren 81 % im klinischen Stadium III, 19 % im Stadium I oder II. In der Gruppe mit MMR-Status waren 35 % im klinischen Stadium III und 55 % im Stadium I oder II.

Einschränkungen

  • Kleine Studie.
  • Design ohne Vergleichsverfahren.
  • Es müssen größere Studien durchgeführt werden.

Expertenkommentar

„Alle Patienten mit kolorektalen (und gastrischen) Krebserkrankungen sollten auf eine Mikrosatelliteninstabilität untersucht werden, sobald sie für prognostische und therapeutische Zwecke diagnostiziert werden“, sagte Josep Tabernero vom Universitätsklinikum Vall d’Hebron in Barcelona, Spanien.