ESMO-IO 2019 — Immuntherapie zur Behandlung von Hirnmetastasen?


  • Carolina Rojido
  • Univadis
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Erkenntnis

  • Immuntherapie spielt eine zunehmende Rolle bei der Behandlung von Hirnmetastasen (HM).
  • Eine Ganzhirn-Strahlentherapie (WBRT) könnte damit immer weniger wichtig werden.

Warum das wichtig ist

  • HM werden oft operativ und mit einer Radiotherapie (RT) behandelt. Da systemische Behandlungen wie eine Immuntherapie ebenfalls zu einer Option werden, sind viele Aspekte zu berücksichtigen.

Bei Patienten, die Dexamethason einnahmen, hat sich die Zugabe einer WBRT minimal auf die qualitätsadjustierten Lebensjahre (QALYs) und gar nicht auf das Überleben und die Lebensqualität ausgewirkt und nur wenig zusätzlichen klinisch signifikanten Nutzen ergeben.

Zu den Faktoren, die für eine RT sprechen, zählen:

  • Entsprechend guter Allgemeinzustand.
  • Eine oder vereinzelte Metastasen.
  • Keine oder stabile (mehr als 3 Monate) extrakranielle Tumormanifestationen.
    • Für eine stereotaktische Radiotherapie (SRT) spricht die Tatsache, dass die Läsionen operativ nicht zugänglich sind und ein hohes Operationsrisiko besteht.

Zu den Faktoren, die für einen operativen Eingriff sprechen, zählen:

  • Neuroradiologisch unbestimmte Läsionen.
  • Unbekannter Primärtumor.
  • Präsentation des Tumors (große zystische oder nekrotische Läsion, Massenwirkung).
  • Notwendigkeit eines Molekularprofils.

Eine Immuntherapie oder andere systemische Behandlungen sollten auf Basis des Primärtumors, seinen molekularen Merkmalen und von früheren Behandlungen ausgewählt werden. Weitere Faktoren sind:

  • Keine oder leichte neurologische Defizite.
  • Mehrere kleine HM.
  • Progression außerhalb des Zentralnervensystems (ZNS).
  • Strahlenresistenter Tumor.

Zusammenfassend sollte die personalisierte Behandlung auf Folgendes basieren:

  • Krebsart und seine molekularen Eigenschaften.
  • Neurologischem und Allgemeinzustand; Einsatz von unterstützenden Behandlungen.
  • Präsentation der HM in der Bildgebung.
  • Krankheitsstatus des extrazentralen Nervensystems.
  • Therapeutische Optionen sind verfügbar.

Hinsichtlich des Ansprechens auf eine stereotaktische Radiochirurgie oder Immuntherapie gibt es Folgendes:

  • Klinische Herausforderungen (neurologische Verschlechterung im Zusammenhang mit begleitenden Komplikationen/Toxizitäten und Steroiden).
  • Herausforderungen bei der Bildgebung (Blutungen, Pseudo-Progression und Strahlennekrose).