ESMO-IO 2019 — Expertenkommentar: Neuheiten auf der ESMO-IO und ihre Anwendung in der Praxis


  • Carolina Rojido
  • Univadis
Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten. Der Zugang zum gesamten Inhalt dieser Seite ist nur Angehörigen medizinischer Fachkreise vorbehalten.

John Haanen, MD, PhD. Leiter der Abteilung für medizinische Onkologie und Staff Scientist der Abteilung für Immunologie am Niederländischen Krebsinstitut. Professor für translationale Immunkrebstherapie am Leiden University Medical Centre. Amsterdam, Niederlande

  • Wir hoffen darauf, dass eine gezieltere Anvisierung der Ziel-Neoantigene eine weitere Verbesserung hinsichtlich des Ansprechens und der Ergebnisse bringen wird, aber hier sind wir erst am Anfang.
  • Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass, so vielversprechend dies auch klingt, wir nur sehr wenige Daten vorliegen haben, mit denen wir nachweisen können, dass dies genau der richtige Weg ist.
  • Die Anwendung der Technologie ist komplex, weil eine sehr personalisierte Behandlung für jeden einzelnen Patienten vorgenommen werden muss, denn darauf basieren Neoantigene. Sie ist sehr teuer, komplex und zeitaufwendig.
  • Es sind noch viele Entwicklungen nötig, bis die Produktion rasch und effizient erfolgen kann, und ich glaube, wir werden erst in den nächsten 2 bis 5 Jahren sehen, wie wichtig die Anvisierung von Neoantigenen z. B. gegenüber der Anvisierung von gemeinsamen Antigenen ist.
  • Der Vorteil bei gemeinsamen Antigenen ist, dass man mehreren Patienten ein bereits vorhandenes Arzneimittel verabreichen kann, was beim Ansatz mit Neoantigenen sehr schwer werden dürfte.
  • Wir wissen, dass Neoantigene und Tumormutationslasten (TMB) wichtig sind, aber wir wissen immer noch nicht, was das für die Ergebnisse der Patienten bedeutet.
  • Wir sind damit von der Praxis noch weit entfernt, es handelt sich hier um rein experimentelle Studien der Phase I. Wahrscheinlich wird es also noch ein paar Jahre dauern, bis wir in dem Stadium sind, dass wir, wenn sie sich als sehr erfolgreich herausstellen, Neoantigene auch in der Alltagspraxis anwenden können.
  • Sie dürfen nicht vergessen, dass wenn wir für jeden einzelnen Patienten ein Medikament erstellen, jeder Patientenfall selbst eine Phase-I-Studie darstellt. Wie werden die Behörden das wohl sehen? Hier muss sich also noch viel tun.
  • Und dann ist da noch die Frage, ob sie mit den bewährten Immuntherapien kombiniert werden sollten?
  • Biomarker bleiben weiterhin ein großes Problem. Wir haben nur PD-L1-Expression als einen mehr oder weniger soliden Biomarker. Alle anderen befinden sich noch in Entwicklung.
  • Die Validierung aller Biomarker für die klinische Praxis ist immer noch ein großes Problem. Wie stellt man sicher, dass, wenn man die gleiche Analyse in verschiedenen Laboruntersuchungen durchführt, man die gleichen Ergebnisse erhält, auf die man die Versorgung aufbauen kann, die der Patient benötigt?